Panorama

Kaum Erfahrung mit VenenkatheterArzt von Christa Pike scheiterte bereits bei anderer Hinrichtung

04.10.2026, 13:15 Uhr
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Rettungsfahrzeuge bei der Hochsicherheitsanstalt Riverbend: Kurz zuvor war die Hinrichtung von Christa Pike abgebrochen worden. (Foto: dpa)

Bei der geplanten Hinrichtung der verurteilten Mörderin Christa Pike geht offenbar schief, was nur schiefgehen kann. Nun wächst die Kritik am Personal. Schließlich soll es nicht das erste Mal sein, dass die Exekution misslingt.

Nach der misslungenen Hinrichtung der verurteilten Mörderin Christa Pike wächst die Kritik an der Qualifikation und Ausbildung des beteiligten Personals. Der zuständige Arzt war nach Berichten unter anderem der "New York Times" und des lokalen Fernsehsenders WSMV auch an einem anderen gescheiterten Hinrichtungsversuch in Tennessee beteiligt. Im Mai hatten Mitarbeiter bei einem anderen verurteilten Straftäter zwar zunächst einen intravenösen Zugang gelegt, scheiterten aber an einem vorgeschriebenen zweiten. Auch dem Arzt gelang es anschließend nicht, einen zentralen Venenkatheter zu legen. Die Hinrichtung wurde abgebrochen. 

Schon danach gab es Zweifel an dessen Erfahrung mit solchen Eingriffen. In einer eidesstattlichen Aussage sagte der Allgemeinmediziner, er habe in seiner Laufbahn etwa ein Dutzend oder mehr zentrale Zugänge gelegt - den letzten allerdings ungefähr 2013. Bei einem früheren Eingriff sei ein Führungsdraht versehentlich in einer Halsschlagader gelandet. Ein von Pikes Verteidigung beauftragter Anästhesiologe kam vor ihrer Hinrichtung zu dem Schluss, er verfüge nicht über die fortlaufende praktische Erfahrung, die medizinische Einrichtungen üblicherweise für solche Eingriffe verlangen.

Pikes Anwälte vermuten, dass zumindest ein Teil des genutzten Pentobarbitals nicht in die Blutbahn gelangte. Bei Pike ist bislang allerdings nicht geklärt, ob der Arzt selbst für die problematischen intravenösen Zugänge verantwortlich war. 

Unterdessen wurde bekannt, dass Pike am Vorabend der gescheiterten Hinrichtung laut einem Bericht der "New York Times" auf ihre letzte Mahlzeit verzichtete. Stattdessen habe sie darum gebeten, die dafür vorgesehenen 20 Dollar für Pizza für Obdachlose in der Innenstadt von Nashville im US-Bundesstaat Tennessee zu verwenden.

Pike sollte am vergangenen Mittwoch hingerichtet werden, überlebte allerdings zwei Giftspritzen. Die 50-Jährige war nach Angaben ihrer Anwälte zuletzt weiter bewusstlos und an ein Beatmungsgerät angeschlossen. 

Pike war 1996 für den Mord an der 19 Jahre alten Colleen Slemmer zum Tode verurteilt worden. Sie selbst war zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alt. 1995 hatten drei Teenager das Opfer in einem abgelegenen Gebiet nahe der University of Tennessee in Knoxville gefoltert und getötet. Während ihrer Haftzeit wurde Pike US-Medien zufolge nach einem Angriff auf eine Mitgefangene in einem separaten Fall wegen versuchten Mordes verurteilt. 

Warum Pike die Hinrichtung trotz zweier Dosen des Medikaments Pentobarbital überlebte, ist weiterhin unklar. Durch den Fall ist in den USA erneut eine hitzige Debatte um die Todesstrafe und die Art der Vollstreckung entbrannt. Der Leiter der Strafvollzugsbehörde von Tennessee kündigte zuletzt seinen Rücktritt an.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa/AFP

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