"Dann rasiert den Rest halt ab"Torsten Sträter spricht über Krebs, Merz und die AfD

Hinter Torsten Sträter liegen jede Menge gesundheitliche Herausforderungen - vor allem sein Kampf gegen den Krebs, den er in diesem Jahr führt. Aber nicht nur darüber spricht der Comedian nun. Er zieht auch über die aktuelle Politik vom Leder.
Auf der Comedy-Bühne hält sich Torsten Sträter mit politischen Witzen meist zurück. Privat hat der Comedian allerdings eine klare Meinung. Bundeskanzler Friedrich Merz etwa attestiert er in einem Interview mit dem Magazin "stern" jetzt eine "leichte Überforderung". Er wirft dem CDU-Politiker vor, "nicht allzu viel zu machen. Weil: Wer nichts macht, macht auch nichts verkehrt."
Wenn Merz Entscheidungen treffe, seien diese oft "katastrophal oder senden ein falsches Signal", urteilt der 60-Jährige. Auch die Frisur des Kanzlers bekommt ihr Fett weg. "Dann rasiert den Rest halt ab!", lästert Sträter.
Deutliche Worte findet der Komiker zudem für die AfD. Er halte die Partei für "menschenverachtend", ihr Personal für "dubios". Im gleichen Atemzug gesteht er jedoch ein: "Ich werde vermutlich keinen verkappten AfD-Wähler davon abhalten, diese Partei zu wählen, indem ich den Finger in die Luft reiße. Ich bin nicht der Beauftragte für politische Bildung. Das können andere besser."
Depressionen, Krebs, Diabetes
In dem Interview spricht Sträter auch über seine Krebserkrankung. Bereits im September hatte er erklärt, derzeit krebsfrei zu sein. Nun blickt er auf seine Chemotherapie zurück: "Ich habe das alarmierend gut vertragen", sagt Sträter. Damit wolle er jedoch die Erfahrungen anderer Patienten nicht schmälern.
Besonders dankbar ist der Komiker seinen Fans. Seiner Bekanntheit habe er es wohl zu verdanken, dass er schnell medizinisch versorgt worden sei, vermutet er. "Wir lassen ihn nicht sechs Wochen warten auf einen CT-Termin", hätten sich möglicherweise die zuständigen Personen gedacht. Und: "Vielleicht sollten wir den Sträter mal erhalten, koste es, was es wolle." Letztlich schränkt Sträter aber ein: "Das war sicher ein wenig zu dick aufgetragen."
Sträter hat gesundheitlich schwierige Zeiten hinter sich. Schon vor Jahren sprach er erstmals über seine Depressionen. Im Januar 2026 musste er zahlreiche Auftritte absagen, ehe er im April seine Tumorerkrankung öffentlich machte und im Mai auf die Bühne zurückkehrte. Im Juli berichtete er zudem von einer Diabetes-Diagnose, die ihn zu einer Ernährungsumstellung bewegt habe.
Jetzt blickt Sträter beruflich wieder nach vorn: Mit seinem neuen Comedyprogramm "Die Zyklopen von Saint-Tropez" tourt er aktuell durch Deutschland.