Unterstützt Palestine ActionSally Rooneys Bücher werden nicht mehr in Großbritannien verkauft
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Die Gruppe Palestine Action wird in Großbritannien als terroristische Organisation eingestuft. Ihr Verbot ist jedoch umstritten und auch die prominente irische Schriftstellerin Sally Rooney unterstützt die Gruppe weiter. Ihr in London ansässiger Verlag muss deswegen nun Konsequenzen ziehen.
Wegen ihrer Unterstützung für eine verbotene Organisation werden die Bücher der preisgekrönten irischen Autorin Sally Rooney im Vereinigten Königreich nicht mehr von ihrem dortigen Verlag Faber & Faber vertrieben. Hintergrund ist der Zeitung "The Irish Times" zufolge Rooneys Unterstützung für die propalästinensische Gruppe Palestine Action, die in Großbritannien als terroristische Organisation eingestuft ist.
Laut Faber & Faber kann der Verlag aufgrund der britischen Anti-Terrorgesetzgebung keine Einnahmen aus ihren Buchverkäufen an die Autorin weiterleiten, ohne selbst Konsequenzen fürchten zu müssen. Rooneys Roman "Normal People" (deusch: Normale Menschen) hat sich allein in Großbritannien mittlerweile über eine Million Mal verkauft, im Jahr 2020 erschien auch eine Serie mit gleichnamigem Titel. Zwei weitere ihrer Werke wurden in Großbritannien jeweils mehr als 500.000 Mal verkauft.
In einer Stellungnahme zu der Entscheidung verwies Rooney auf einen Meinungsbeitrag, den sie einen Monat nach der Einstufung von Palestine Action im Juli 2025 verfasst hatte. Darin hatte die Irin ihre Absicht zum Ausdruck gebracht, die Gruppe weiterhin zu unterstützen, "da es sich hierbei nicht um eine verbotene oder anderweitig untersagte Gruppe hier in der Republik Irland handelt".
Infolgedessen könne die Erfüllung von Verträgen zur Veröffentlichung ihrer Werke im Vereinigten Königreich nun eine schwere Straftat darstellen. "Nach einem Prozess der Beratung und Abwägung und mit meiner vollen Zustimmung hat mein Verlag Faber daher beschlossen, dass er meine Werke im Vereinigten Königreich nicht mehr vertreiben kann."
Rechtliches Hin und Her bei Verbot der Gruppe
Sie habe sich "nach Kräften bemüht, gegenüber der Öffentlichkeit ehrlich über meine Überzeugungen und Absichten zu sein", teilte Rooney mit. Sie sei "voll und ganz bereit, die Konsequenzen zu tragen".
Das Verbot von Palestine Action ist umstritten. Die Gruppe war Anfang Juli 2025 als terroristisch eingestuft worden, nachdem Aktivisten auf einen Luftwaffenstützpunkt eingedrungen waren und Flugzeuge der Royal Air Force mit Farbe besprüht hatten. Die Richter am High Court urteilten im Februar dieses Jahres jedoch, dass das Verbot der Gruppe gemäß den Terrorismusgesetzen rechtswidrig sei. Das Verbot blieb vorerst weiter in Kraft, um für einen möglichen Einspruch Zeit zu lassen.
Im Juni entschied schließlich ein Berufungsgericht, dass das Verbot rechtens sei. Es sei ein "gerechtfertigter und verhältnismäßiger" Eingriff in die Meinungsfreiheit, urteilten die Richter. Seit Februar wurden Hunderte Menschen bei Protesten gegen das Verbot festgenommen, bei denen viele Plakate und Banner mit Slogans wie "Ich unterstütze Palestine Action" trugen. Bei den Protesten werden seit Sommer 2025 auch immer wieder sehr alte Menschen von der Polizei weggetragen. Amnesty International kritisiert die Festnahmen als "beschämenden Angriff auf die Meinungsfreiheit".
Seit Beginn des Gaza-Krieges kommt es auch in britischen Städten immer wieder zu propalästinensischen Demonstrationen und Protestaktionen.
