Spatenstich zur "Munich Arena"München bekommt neue Mega-Konzerthalle

Laptop und Lederhose - dafür rühmt man sich in Bayern gern. Doch was Veranstaltungshallen angeht, hinkt die Landeshauptstadt München anderen deutschen Metropolen bislang hinterher. Mit dem Bau der "Munich Arena" soll sich das nun ändern.
Köln zum Beispiel hat die "Lanxess Arena", Berlin die "Uber Arena". In München hingegen mangelt es bislang an einer modernen Spielstätte für Rock- und Pop-Konzerte im XXL-Format. Der bislang größte überdachte Veranstaltungsort in der bayerischen Landeshauptstadt ist die Olympiahalle - und die stammt aus den 1970er Jahren.
Mit der neuen "Munich Arena" soll sich dieser Zustand ändern und München alsbald über Deutschlands größte und Europas modernste Konzertarena verfügen. Am Mittwochmittag fand unter anderem in Anwesenheit des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder der Spatenstich zu dem Bauvorhaben in Freising nahe des Münchner Flughafens statt.
Der "Munich Arena"-Manager Lorenz Schmid erklärte zu diesem Anlass, anders als etwa in Paris, Amsterdam, Wien oder Madrid gebe es in Deutschland bislang keine vergleichbare Arena. Bei den Hallen hierzulande handele es sich oft um multifunktionale Veranstaltungsstätten, vor allem aus dem Sport. In der "Munich Arena" solle hingegen "Music First" gelten.
Eröffnung 2029
Schmidt verwies zudem darauf, wie wichtig Live-Auftritte inzwischen als Einnahmequelle für Künstler und Künstlerinnen seien. Dafür würden immer größere und leistungsfähigere Bühnen benötigt. Man befinde sich dabei in einem Wettbewerb mit anderen Standorten in Europa - Konzerte würden auch danach verteilt, wo es die größten Bühnen, die beste Akustik und die beste Sicht fürs Publikum gebe.
Eröffnet werden soll die "Munich Arena" samt Parkhaus mit 1200 Stellplätzen und einem direkt angrenzenden Hotel mit 200 Zimmern 2029. An Konzertabenden soll die 34 Meter hohe Halle mit einem Dach, das 100 Meter ohne störende Stützen im Innenraum überspannt, 20.000 Musik-Fans Platz bieten.
Die Initiatoren des Projekts preisen die "hufeisenförmige, auf 270 Grad angelegte Tribüne" an, die "mit steil ansteigenden Rängen Fans und Künstler besonders nah" zusammenbringe. "Durchdachte Sichtachsen und eine auf Live-Musik abgestimmte Akustik sorgen für ein intensives Konzerterlebnis, von jedem Platz aus", versprechen sie zudem.
400 Millionen Euro private Investitionen
Nicht nur beim Bau auf dem rund 90.000 Quadratmeter großen Areal, sondern auch beim Betrieb werde großer Wert auf Nachhaltigkeit gelegt, heißt es weiter. Arena, Parkhaus und Hotel würden mit Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern ausgestattet. Geheizt werde mit nachhaltiger Fernwärme, während ein Eisspeicher tagsüber mit Solarstrom erzeugte Kälte für den Abend verfügbar mache, wenn sie gebraucht werde. Nicht nur mit dem Auto, sondern auch mit der S-Bahn sei die Veranstaltungsstätte bequem zu erreichen. Von der Station Flughafen-Besucherpark seien es 15 Minuten zu Fuß.
In den Bau fließen den Betreibern zufolge rund 400 Millionen Euro an privaten Investitionen ein - staatliche Zuschüsse gibt es nicht. Der Konzertveranstalter Live Nation ist als langfristiger strategischer Partner an Bord. Der US-Konzern gilt als das größte Live-Entertainment-Unternehmen der Welt und soll dafür sorgen, dass internationale Megastars fortan regelmäßig einen Tour-Stopp in der "Munich Arena" einlegen.
Der Live-Nation-Geschäftsführer in Deutschland, Marek Lieberberg, schwärmte bereits vor dem ersten Spatenstich, die Konzerthalle markiere den Beginn eines "neuen Zeitalters". Sie werde für eine Live-Erfahrung sorgen, die Fans und Stars gleichermaßen gerecht werde. Und Lieberberg erklärte: "Unser Ziel ist klar: Wenn internationale Tourneen ihre Stationen in Deutschland und Europa auswählen, soll München die erste Wahl sein."