Streit um NachlassMichael Jacksons Tochter Paris will ans Geld ran

Auch 17 Jahre nach Michael Jacksons Tod ist der Nachlass des Sängers noch nicht vollständig geregelt. Paris Jackson, die Tochter des King of Pop, kämpft nun um mehrere hundert Millionen Dollar für sich und ihre Brüder.
Paris Jackson hat die Nachlassverwaltung ihres verstorbenen Vaters Michael Jackson dazu aufgefordert, 600 Millionen Dollar an einen Treuhandfonds auszuzahlen, der den drei Kindern des King of Pop zugutekommen soll. Das berichten unter anderem das US-Magazin "People" und das US-Portal "Page Six" übereinstimmend und unter Berufung auf vorliegende Gerichtsunterlagen.
In einem entsprechenden Antrag gebe die 28-Jährige an, dass mit dem Nachlass seit dem Tod ihres Vaters Milliarden von Dollar erwirtschaftet worden seien. Ein Treuhandfonds, der ihr sowie ihren Brüdern Bigi (24) und Prince (29) zugutekommen sollte, habe bislang allerdings keine Gelder erhalten. Sie beantrage daher eine Teilausschüttung von derzeit umgerechnet mehr als 530 Millionen Euro an ebendiesen Fonds - oder einen Betrag, den das Gericht für angemessen halte.
Der Fonds war den Berichten zufolge ursprünglich so eingerichtet worden, dass die Geschwister ab ihrem jeweiligen 21. Geburtstag Geld aus Einnahmen erhalten sollten. An ihren 30., 35. und 40. Geburtstagen sollten sie demnach zudem in Teilen Ausschüttungen aus dem eigentlichen Vermögen bekommen. Laut Paris Jackson sei dies allerdings nicht so geschehen, wie es ihr Vater beabsichtigt habe. "Mehr als 17 Jahre nach seinem Tod ist der Familientreuhandfonds von Michael Jackson nach wie vor nicht mit Mitteln ausgestattet", heiße es in dem Antrag.
Zahlungen zurückgehalten?
Jacksons Seite argumentiere, dass die Geschwister darauf angewiesen seien, dass der Nachlassverwalter John Branca darüber entscheide, wann und wie viel Geld sie erhielten. Die Nachlassverwaltung erkläre unterdessen, dass der Fonds nicht voll finanziert werden könne, bis mehrere rechtliche Angelegenheiten geklärt seien. Unter anderem gehöre dazu eine Forderung der US-Steuerbehörde, die zunächst 700 Millionen Dollar, bestehend aus Steuern und Strafzahlungen, umfasst habe.
"Der Nachlassverwaltung ist es gelungen, eine gerichtliche Entscheidung zu erwirken, durch die dieser Betrag erheblich reduziert wurde; die Angelegenheit ist jedoch noch nicht abgeschlossen und könnte sich noch ändern", teilte die Nachlassverwaltung "People" mit. Dass Zahlungen an die Kinder zurückgehalten oder gekürzt würden, sei demnach "völlig frei erfunden". Mehr als 200 Millionen US-Dollar seien bereits an Paris Jackson und weitere Begünstigte gezahlt worden. Laut Testament erhalte keines von Michael Jacksons Kindern "eine Ausschüttung, bevor es in seinen 30ern ist".
Ein Sprecher Paris Jacksons bezeichnete die Worte der Nachlassverwaltung gegenüber dem Magazin als Ablenkung: "Paris hat gefordert, den Treuhandfonds teilweise auszustatten - ein Schritt, zu dem Herr Branca schon lange in der Lage und verpflichtet gewesen wäre. Nach jahrelangem Aufschub blieb Paris keine andere Wahl, als selbst einzugreifen.".
Branca ist nach dem Tod eines weiteren Nachlassverwalters derzeit der alleinige Verwalter. Ein Gerichtstermin in der Angelegenheit ist für den 4. Dezember geplant.