Vor dem BerufungsprozessMarius Borg Høiby tauscht seine Anwälte aus

Nach seiner Verurteilung zu vier Jahren Haft scheint Marius Borg Høiby seinen Anwälten nicht mehr zu trauen. Oder er erhofft sich tatsächlich neue Perspektiven von einem anderen Rechtsbeistand. Jedenfalls geht er mit einem neuen Anwaltsteam in seinen Berufungsprozess.
Nachdem Marius Borg Høiby im Juni zu vier Jahren Haft verurteilt worden war, bereitet er sich inzwischen auf den Berufungsprozess vor - und das mit neuen Anwälten. Wie die mittlerweile zuständige Kanzlei in einer Pressemitteilung bekannt gab, hat der älteste Sohn von Königin Mette-Marit von Norwegen seinen Rechtsbeistand ausgetauscht, bevor die Verhandlung im kommenden Jahr beginnt.
So übernehmen jetzt die Rechtsanwälte Alexander Greaker und Daniel Storrvik die Verteidigung des 29-Jährigen. Høiby wolle sich bei seinen bisherigen Verteidigern Petar Sekulic und Ellen Holager Andenæs, den weiteren Anwälten und den Mitarbeitenden der anderen Kanzlei bedanken, heißt es.
Im Detail haben sich die neuen Anwälte noch nicht zu dem Fall geäußert, sie deuten jedoch bereits einige Schritte an. Høiby soll laut einem Bericht der Zeitung "Verdens Gang" Greaker schon kontaktiert haben, als er vor rund zwei Jahren festgenommen worden war. Der Anwalt übernahm damals aber nicht.
Prozessbeginn im Februar
Im Gespräch mit der Zeitung erklärt Greaker, dass es vollkommen üblich sei, dass Angeklagte die Verteidigung wechselten, etwa um neue Perspektiven zu bekommen oder andere Strategien zu verfolgen. Das neue Anwaltsteam habe gerade erst mit der Arbeit begonnen, könne allerdings bereits sagen, dass weitere Beweise vorgelegt und neue Zeugen vernommen werden sollen.
Diese sollten ein neues Licht auf die Beziehung zwischen Høiby und dessen früherer Partnerin Nora Haukland werfen, heißt es. Deren Anwältin Heidi Reisvang habe auf Nachfrage erklärt, dass sie nicht wisse, auf welche Zeugen sich Høibys neue Verteidiger beziehen könnten.
Høiby war im Juni wegen zweier Vergewaltigungen nach norwegischem Recht, häuslicher Gewalt und weiterer Straftaten zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Gegen die Verurteilung wegen der beiden Vergewaltigungen sowie der Misshandlung seiner Ex-Partnerin hatte er Berufung eingelegt. Der Prozess vor dem Berufungsgericht Borgarting soll am 9. Februar 2027 beginnen. Für die Verhandlung sind 16 Tage angesetzt.
Marius Borg Høiby gehört zwar zur Königsfamilie, ist allerdings kein offizielles Mitglied des Königshauses. Er stammt nicht aus der Ehe von Mette-Marit mit dem heutigen König Haakon VIII., sondern aus einer früheren Beziehung.