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DJ und Produzent"Godfather of Techno": Juan Atkins stirbt mit 64

02.11.2026, 11:36 Uhr
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Juan Atkins drückte dem Techno seinen Stempel auf. (Foto: IMAGO/Fotoarena)

Als Aushängeschild des Detroit Techno erfindet Juan Atkins Mitte der 80er-Jahre mal eben geradezu beiläufig eine neue Musikrichtung. Wegbegleiter beschreiben ihn als "echten Visionär". Jetzt ist der US-Amerikaner leblos aufgefunden worden.

Juan Atkins gilt als Mitbegründer des Detroit Techno und als einer der wichtigsten Wegbereiter der elektronischen Club-Musik überhaupt. Nun ist er mit 64 Jahren gestorben. Seine Agentur Greensmith Artists bestätigte den Tod des DJs und Produzenten gegenüber dem Musikportal "Resident Advisor".

Demnach wurde Atkins am Samstag vor einem geplanten Auftritt in Mexiko-Stadt leblos in seinem Hotelzimmer gefunden. Im Krankenhaus konnten die Ärzte nur noch seinen Tod feststellen.

Unter den Ersten, die sich zu dem Verlust meldeten, war Kevin Saunderson. "Herzzerreißende Neuigkeit heute. Mein Bruder Juan Atkins ist von uns gegangen", schrieb der Musiker in den sozialen Medien. "Juan war der Urheber des Techno, ein echter Visionär, der so vielen von uns die Tür geöffnet hat - mich eingeschlossen."

Teil der Belleville Three

Saunderson erinnerte daran, wie Atkins ihm einst geholfen habe, seine erste Platte "Triangle of Love" fertigzustellen. Gemeinsam hätten sie eine Reise geteilt, "die die Musik für immer verändert hat".

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Die Belleville Three: Juan Atkins, Kevin Saunderson und Derrick May (v.l.n.r.). (Foto: IMAGO/ZUMA Wire)

Diese Reise begann in der Provinz. Atkins kam 1962 in Detroit zur Welt, zog mit seiner Familie aber später in den ländlichen Vorort Belleville. "Ich war es einfach nicht gewohnt, mit dem Schulbus zur Schule zu fahren und an einer unbefestigten Straße zu wohnen", erzählte der US-Amerikaner 2024 der britischen Zeitung  "The Guardian". Ausgerechnet dort sei er auf Saunderson und Derrick May getroffen.

Als Belleville Three gelten die drei heute als Architekten des Detroit Techno. Sie verschmolzen den Chicago House mit der elektronischen Musik von Bands wie Kraftwerk und Yellow Magic Orchestra. Atkins war der Erste, der für diesen harten elektronischen Stil den Begriff Techno benutzte.

Vom Schulunterricht inspiriert

Er selbst sah das gelassener. In Detroit habe niemand gewusst, dass das Techno sei. Die Jugendlichen hätten nur gespürt, dass es ein neuer Sound gewesen sei. "Als es nach Europa kam, musste Europa ihm irgendeinen Namen geben."

Noch als Schüler gründete Atkins mit Richard Davis das Duo Cybotron, ausgestattet mit damals erschwinglich gewordener Technik wie der Drum Machine Roland TR-808. Die Inspiration lieferte ausgerechnet der Unterricht. "Ich hatte einen Kurs namens Zukunftsforschung, in dem es um den Übergang von der Industriegesellschaft zur Technologiegesellschaft ging", erinnerte sich Atkins 2014 in einem Interview.

Tracks wie "Cosmic Cars" und "Clear" eroberten die Tanzflächen, 1983 erschien das Album "Enter". Zwei Jahre später trennte sich das Duo, weil es Davis zur Rockmusik zog. Atkins gründete sein Label Metroplex und nahm fortan als Model 500 auf. Seine Single "No UFO's" trug den Detroit-Sound bis nach Großbritannien, wo sie eine eigene Techno-Compilation inspirierte.

Zahlreiche Künstler beeinflusst

Auch später blieb Atkins umtriebig. Als Infiniti veröffentlichte er 1998 das Album "Skynet", mit Moritz von Oswald brachte er als Borderland zwei Alben heraus. In den 2010er-Jahren tourte er mit May und Saunderson als The Belleville Three, 2023 belebte er Cybotron wieder.

Sein Einfluss, der ihm auch den Beinamen "Godfather of Techno" einbrachte, reichte da längst über die Clubs hinaus. Dutzende Künstler haben allein "Clear" gesampelt. Missy Elliott machte den Track zum Kern ihres Hits "Lose Control", der es 2005 auf Platz drei der US-Billboard-Charts schaffte.

Quelle: ntv.de, vpr/spot

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