Unterhaltung

"Wer wird Millionär?"Bei der Katheter-Domina wird Jauch etwas mulmig zumute

02.11.2026, 23:16 Uhr
imageVon Nina Jerzy
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WWM 11-2
Ex-Sex-Workerin Holzendorf verwöhnte die Kundschaft auf deren Wunsch mit Kathetern und Nadeln.

"Es geht weniger um die klassischen Schläge", klärt die Ex-Krankenschwester Jauch auf. Die ehemalige "weiße" Domina hat Kunden Katheter gelegt. Plötzlich trauert Jauch seinem Urinal-Gegner aus 27 Jahren vielleicht doch etwas hinterher. Ein Germanist verzweifelt am Feta.

Kurz und schmerzlos war der Auftritt der ehemaligen Domina bei "Wer wird Millionär?" (WWM) am Montagabend. Ihre Kunden mochten es natürlich ganz anders, wie Jennifer Holzendorf aus Oranienburg freimütig Günther Jauch erzählte. Die ehemalige Krankenschwester war eine sogenannte weiße Domina. Sie klärte den Moderator erst einmal auf, was das bedeutet. Jauch hatte sich doch gerade erst seines Endgegners am Urinal entledigt und musste feststellen: Es geht immer noch ein bisschen schmerzhafter.

"Im weißen Bereich geht es weniger um die klassischen Schläge, sondern eher drum, Katheter zu legen, Nadeln zu legen, Eingriffe zu machen", erzählte die "Wer wird Millionär"-Kandidatin: "Also das, was man in der Klinik auch jeden Tag macht, aber man wird besser bezahlt." Mit dem ungewöhnlichen Studentenjob finanzierte sich Holzendorf ihren Abschluss in Kardiotechnologie. Heute unterstützt sie im Außendienst Ärzte dabei, kranke Herzklappen zu reparieren. Doch zurück zu ihren Tagen als Domina.

Ex-Domina bei WWM

"Da kommen pensionierte Ärzte zu Ihnen, oder …?", spekulierte Jauch über den speziellen Kundenkreis einer solchen Sex-Workerin. Holzendorf verrichtete ihre Tätigkeit in einem weiß gekachelten Klinikraum, wie sie berichtete. "Das muss man sich ja trauen", hakte Jauch nach. Menschen aus der Pflege hätten weniger Berührungsängste, meinte die Kandidatin, die diesen Kittel allerdings nach einem knappen Jahr wieder an den Haken hängte.

"Da staunt ihr", sagte Jauch ans Studiopublikum gewandt. "Es beginnt so mit einem Kaktus und dann entwickelt sich die Sendung weiter." Denn bereits vor der Ex-Domina hatte sich diese Ausgabe von "Wer wird Millionär?" in intime Bereiche vorgewagt, genauer gesagt an Jauchs Urinal. Das aufzusuchen ist dem Moderator seit geschlagenen 27 Jahren geradezu ein Grauen, wie er verriet. Der Grund: ein harmloser Kaktus.

Dass Überhangkandidat Ruben Jochem aus Freiburg einen kleinen Monstera-Ableger als Glücksbringer mitgebracht hatte, holte bei Jauch umgehend ein uraltes Alltagstrauma hervor. Seit Anbeginn von "Wer wird Millionär?" schmückt ein kleiner Kaktus sein WC im Studio, direkt am Urinal. "Dieses versiffte Ding steht seit 27 Jahren da oben", beschwerte sich der Moderator.

Jauch erzürnt über Kaktus

Mit der Zeit wurde das einseitige Verhältnis zwischen Jauch und seinem Gegenspieler immer gestörter. "Immer glotze ich da auf diese Kaktee, die sich in einer Form entwickelt hat, die Männer irritieren kann", klagte Jauch und schickte jemanden los, die Pflanze zu holen. Kurz darauf thronte sie tatsächlich auf dem Ehrenplatz im Zentrum des Studios und bekam vermutlich so viel Licht ab wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr.

Zugegeben: So richtig appetitlich war der Wurzel-Wasser-Schimmel-Mix in dem hohen Smoothie-Glas nicht wirklich. Der dünne, leicht krumme Kaktus – in der Form einem Churro nicht unähnlich – hat aber sichtlich sein Bestes gegeben, um unter den widrigen Bedingungen in Jauchs Toilette zu überleben. "Ich würde gerne beide mitnehmen", bot sich Jochem an. "Muss ich noch 300 Euro abziehen", konterte Jauch.

Der Software-Experte wusste am Ende nicht, dass das Ischtar-Tor in Babylon und nicht im Kolosseum in Rom gestanden hat. "Ich möchte das Risiko nicht eingehen", sagte der 30-Jährige und freute sich dennoch über 16.000 Euro. Kurzentschlossen drückte ihm Jauch dann doch noch den verhassten Kaktus in die Hand.

Jochem begleicht mit dem Gewinn noch ausstehende Schulden aus dem Studium. Das Motiv zog sich durch diese Ausgabe von "Wer wird Millionär?". Nach Holzendorf, die für Bafög zu alt gewesen war und deshalb Domina wurde (sie ging mit 8000 Euro nach Hause), brauchte auch der nächste Kandidat den Gewinn, um Schulden zu tilgen. Aber es hätte nicht viel gefehlt und Frank Hoppe wäre bereits über die 500-Euro-Frage gestolpert.

Ausgerechnet als studierter Germanist stand der Berliner auf dem Schlauch, als er wissen sollte, wo man den allseits bekannten in Salzlake gereiften griechischen Weichkäse wörtlich findet: Personalabteilung, Betriebskantine, Chefetage oder Kundentoilette? 17 Semester Studium haben Hoppe nicht auf eine solche Frage vorbereitet. Dabei wusste er sofort, dass "Feta" gesucht war. "Ich sehe ihn trotzdem nicht", klagte der Rentner.

Jauch wies Hoppe an, jede Silbe ganz langsam und deutlich auszusprechen. "Chef-etage", gehorchte er. Kein Erkenntnisgewinn. Dann machte Jauch es noch einfacher und verlangte, die ersten drei Buchstaben und dann den Rest des Wortes vorzulesen. Auf diese Weise kam Hoppe nach etlichen Minuten endlich eine Runde weiter. "Das war jetzt aber ein Marsch durch die Institutionen", tadelte Jauch seinen Kandidaten milde.

Jauch warnt: "Nichts mehr versemmeln"

"Das ist ein 68er, so sehen Sie aus", klärte Jauch die jüngeren Zuschauer daheim auf. Sein Gast mit der wallenden Lockenpracht hatte zahlreiche Jobs inne und hat als Taxiunternehmer Größen wie Inge Meysel, Udo Jürgens oder Harald Juhnke gefahren. Juhnkes Berliner Adresse konnte er auf Nachfrage Jauchs immer noch aus dem Ärmel schütteln.

Bei der Frage für 32.000 Euro hatte der Berliner schnell das richtige Bauchgefühl: Dass nämlich "in petto" wörtlich bedeutet, dass man etwas "in der Brust" hat. Sein Telefonjoker tendierte hingegen zunächst zu "im Sack". Diese Option wurde durch den 50:50-Joker glücklicherweise sofort eliminiert und Hoppe traute sich, seiner Intuition zu folgen.

"Jetzt nichts mehr versemmeln", ermahnte Jauch. Hätte sich der Kandidat allerdings doch noch einen letzten Ruck gegeben, hätte es am Ende sogar für 64.000 Euro gereicht. Lange Zeit war kein Zuschauer im Studio aufgestanden, um Hoppe bei der Frage zu helfen, ob die 17 Mal erfolglos für einen Oscar nominierte Diane Warren eine Regisseurin, Schauspielerin, Drehbuchautorin oder Songwriterin ist.

WWM-Gewinn gegen Schulden

Am Ende fast eher zum Spaß stand dann doch eine Zuschauerin auf und vermutete, ermutigt von ihrer Mutter, ganz richtig: Warren ist Songwriterin (zu ihren Hits gehört Aerosmiths "I Don't Want to Miss a Thing" aus "Armageddon"). Das war Hoppe aber doch zu heiß. "Ich glaube, ich höre auf und bedanke mich", sagte der 68-Jährige. Auch er begleicht mit seinem WWM-Gewinn ausstehende Verbindlichkeiten.

Ebenfalls 32.000 Euro holte am Ende sehr souverän Fine Sophie Sendel aus Gutach bei Freiburg. Die angehende Hotelfachfrau war früher als Schauspielerin auch auf RTL+ zu sehen. "Es hat mich nicht mehr erfüllt", erklärte sie Jauch ihren Berufswechsel. "Wer wird Millionär?" geht jetzt in eine "Bauer sucht Frau"-Pause, kommt zwischendurch aber für das große Promi-Special am 19. November zurück.

Quelle: ntv.de

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