Boykotteure, Rückkehrer, Kanada36 Länder sagen für den ESC zu

Wenn der Eurovision Song Contest 2027 in Bulgarien über die Bühne gehen wird, sind 36 Länder mit von der Partie. Nordmazedonien kehrt nach vier Jahren zurück, Irland und die Niederlande sind definitiv nicht dabei. Dafür feiert Kanada seine ESC-Premiere.
Der Eurovision Song Contest (ESC) bekommt einen ungewöhnlichen Neuzugang: Erstmals in der Geschichte des Musikwettbewerbs wird Kanada mit einem eigenen Beitrag antreten. Das geht aus der offiziellen Teilnehmerliste hervor, die die Europäische Rundfunkunion (EBU) veröffentlicht hat. Insgesamt haben 36 Länder ihre Teilnahme am ESC 2027 im bulgarischen Burgas bestätigt. Das ist eine Nation mehr als noch beim Wettbewerb 2026 in Wien.
Sein Comeback bei der Veranstaltung feiert Nordmazedonien. Das Balkanland kehrt nach vierjähriger Pause auf die ESC-Bühne zurück. Deutschland steht ebenfalls auf der Liste und ist wie gewohnt direkt für das Finale qualifiziert.
Dass Kanada erstmals teilnehmen darf, hängt mit einer Entscheidung aus diesem Sommer zusammen. Die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt CBC/Radio-Canada wurde im Juli 2026 als Vollmitglied in die EBU aufgenommen. Damit ist nun auch der Weg für eine Teilnahme am Eurovision Song Contest frei.
Kanada ist nicht das erste weit von Europa entfernte Land, das beim ESC antritt. Australien gehört bereits seit 2015 zum Teilnehmerfeld und ist auch 2027 wieder dabei.
Bedenkzeit für Spanien und Slowenien
Ganz abgeschlossen ist die Teilnehmerliste allerdings noch nicht. Spanien und Slowenien haben bislang keine endgültige Entscheidung über ihre Teilnahme getroffen. Wie die EBU mitteilte, erhalten die öffentlich-rechtlichen Sender RTVE und RTVSLO eine Sonderfrist bis Dezember. Damit könnte die Zahl der teilnehmenden Länder noch auf 38 steigen.
Hinter den offenen Entscheidungen stehen auch die anhaltenden Kontroversen um Israels Teilnahme. Der israelische Sender KAN steht erneut auf der offiziellen Liste der ESC-Länder. Spanien und Slowenien hatten den Wettbewerb 2026 ebenso wie Irland, Island und die Niederlande boykottiert.
Irland hat bereits im September erklärt, auch 2027 nicht teilnehmen zu wollen. Der Sender RTÉ begründete dies in einer offiziellen Stellungnahme mit der humanitären Lage im Gazastreifen. Auch die Niederlande fehlen. Erst am Dienstag gab der Senderverbund NPO bekannt, dass das Land entgegen zwischenzeitlicher Pläne doch nicht zurückkehren wird.
ESC-Finale am 15. Mai
Nach Angaben der NPO fand sich unter den niederländischen Rundfunkanstalten kein Sender, der die Teilnahme am Wettbewerb übernehmen wollte. Die Niederlande werden den ESC allerdings weiterhin übertragen. Nicht mehr dabei ist zudem Tschechien. Der Rückzug wird mit finanziellen Gründen erklärt.
Der 71. Eurovision Song Contest findet vom 11. bis 15. Mai 2027 in der Arena Burgas statt. Bulgarien richtet den Wettbewerb erstmals aus, nachdem Sängerin Dara 2026 mit ihrem Song "Bangaranga" in Wien gewonnen hatte. Die beiden Halbfinals sind für den 11. und 13. Mai geplant. Von den derzeit 31 Teilnehmern der Vorrunden qualifizieren sich jeweils zehn für das große Finale am 15. Mai. Dort treffen sie auf die automatisch gesetzten Länder Bulgarien, Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien.