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Europaweites Werkstattnetz kommtSegway will weg vom Wegwerfroller-Image

14.10.2026, 17:46 Uhr
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Anfang Oktober hat Segway-Ninebot neben zwei neuen E-Kickscooter-Modellen noch seine neue Händlernetzstrategie vorgestellt. (Foto: sp-x/Mario Hommen)

Defekt, eingeschickt, monatelang gewartet: Reparaturen von E-Kickscootern waren bislang ein lästiges Thema. Segway will das mit einem Werkstattnetz und reparaturfreundlicheren Modellen ändern.

E-Kickscooter sind für viele ihrer Nutzer bisher Wegwerfartikel. Gibt es einen ernsten Defekt, erscheint ein Neukauf naheliegender als eine teure Reparatur mit umständlichem Versand-Prozedere. Entsprechend haben E-Scooter nicht unbedingt den Ruf besonders langlebiger, reparaturfreundlicher und nachhaltiger Fahrzeuge.

Segway-Ninebot will das nun grundlegend ändern. Der E-Kickscooter-Marktführer hat im Rahmen einer Präsentation in Köln den Aufbau eines europaweiten Händler- und Servicenetzes angekündigt. Ziel sei es, Reparaturen künftig möglichst wohnortnah zu ermöglichen und zugleich den Fachhandel stärker in den Vertrieb einzubinden.

Dass der bisherige Weg nicht optimal war, räumt Segway selbst ein. Bei einem Defekt mussten Kunden ihre Roller häufig an den ursprünglichen Verkäufer zurückgeben oder an ein zentrales Reparaturzentrum verschicken. Allein der Transport der teils deutlich über 20 Kilogramm schweren Fahrzeuge ist eine Herausforderung. Danach musste man oft Monate auf den Rückversand warten. Der gesamte Prozess sei kaum kundenfreundlich zu gestalten gewesen, erklärte Segways Deutschland-Chef Alexander Ammon in Köln. Für einen Hersteller mit Premiumanspruch reiche es nicht, hochwertige Produkte anzubieten. Auch Verkauf und Service müssten diesem Anspruch gerecht werden.

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Im Rahmen der Präsentation zeigte Segway-Ninebot auch einen zerlegten E-Kickscooter. (Foto: sp-x/Mario Hommen)

Betreuung vor Ort durch Segway Service Dealer

Künftig sollen sogenannte Segway Service Dealer eine Betreuung vor Ort gewährleisten. Die autorisierten Fachbetriebe können Ersatzteile beziehen sowie Diagnosen und komplexere Reparaturen durchführen. Dafür hat Segway ein eigenes Partnerportal eingerichtet, über das Händler neue Teile bestellen, Garantieanträge abwickeln und auf Schulungsangebote zugreifen können. Eine spezielle Diagnose-App soll die Fehlersuche erleichtern.

Das Netzwerk befindet sich noch im Aufbau. Innerhalb von weniger als drei Monaten habe Segway nach eigenen Angaben bereits mehr als 100 Zusagen von Fachhändlern in Deutschland erhalten. Europaweit sollen innerhalb der kommenden fünf Jahre 1.000 unabhängige Partner gewonnen werden. Rund die Hälfte davon könnte langfristig auf Deutschland entfallen.

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Angesichts der überschaubaren Zahl an Komponenten sollte der Austausch dieser relativ einfach möglich sein. (Foto: sp-x/Mario Hommen)

Produkte sollen wartungsfreundlicher werden

Parallel dazu will Segway die Wartungsfreundlichkeit seiner Produkte verbessern. Bereits bei der Konstruktion sollen Bauteile leichter zugänglich und Reparaturen einfacher werden. Nach Angaben des Herstellers konnten etwa die früher teilweise mehrere Stunden dauernden Reifenwechsel bei neueren Modellgenerationen deutlich vereinfacht werden. Auch die Vereinheitlichung von Komponenten soll die Ersatzteilversorgung verbessern. Für kleinere Reparaturen will Segway ein Selbsthilfeangebot mit Originalteilen, Werkzeugsets und Anleitungsvideos bereitstellen.

Der Strategiewechsel dürfte nicht nur die Kundenzufriedenheit verbessern, sondern auch wirtschaftlich interessant sein. Denn bislang werden E-Kickscooter vor allem über große Elektronikmärkte und Onlineplattformen vertrieben. Die Möglichkeit, ein Fahrzeug vor dem Kauf auszuprobieren, war dabei entsprechend begrenzt. Segway will deshalb künftig auch Besucher seines eigenen Onlineshops zu lokalen Handelspartnern lotsen, bei denen sie Probefahrten vereinbaren können. Der Onlineauftritt soll damit nicht nur Verkaufskanal, sondern auch Vermittler für den stationären Handel werden.

Für Segway bietet das neue Konzept die Chance, sich deutlicher vom Wettbewerb abzuheben. Während sich viele Anbieter vor allem über Preis, Leistung und Reichweite definieren, könnte ein engmaschiges und funktionierendes Werkstattnetz einen zusätzlichen Kaufanreiz bieten. Zugleich würde die längere Nutzbarkeit der Fahrzeuge deren Nachhaltigkeitsbilanz verbessern. Ob daraus tatsächlich ein flächendeckender Service entsteht, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

Quelle: ntv.de, Mario Hommen, sp-x

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