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Nordrhein-WestfalenBundespräsident beginnt dreitägigen Besuch im Ruhrgebiet

22.09.2026, 13:02 Uhr
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Mit viel Zeit für den Austausch mit den Menschen vor Ort ist Frank-Walter Steinmeier drei Tage lang in Hattingen zu Gast. Dafür verlegt er sogar seinen Amtssitz zeitweise von der Spree an die Ruhr.

Hattingen (dpa/lnw) - Händeschütteln, Stöbern im Buchladen und Selfies mit Bürgern: Mit einem Stadtrundgang durch die Innenstadt hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier seinen dreitägigen Besuch in Hattingen im Ruhrgebiet begonnen. Bis Donnerstag wird das Staatsoberhaupt seinen Amtssitz in die 56.000-Einwohnerstadt in Nordrhein-Westfalen verlegen.

Bei dem ausgedehnten Besuch will Steinmeier mit Menschen abseits der Metropolen ins Gespräch kommen: "Wir müssen viel öfter raus aus Berlin, raus dem Schloss Bellevue und in die Regionen gehen", schilderte Steinmeier die Motivation für Besuche wie diesen, die zu der in der Corona-Zeit ins Leben gerufenen Reihe Ortszeit Deutschland gehören.

Er wolle mit diesem Format bewusst in kleinere und mittlere Städte gehen, "wo die Leute vielleicht auch den Eindruck haben, wir werden nicht so gut gehört, wie die Menschen in Berlin oder in den Landeshauptstädten", sagte Steinmeier. Der Besuch in Hattingen ist der zwanzigste und seine letzte Station der Reihe Ortszeit.

Zum Start seines Aufenthalts in Hattingen bummelte der Bundespräsident gemeinsam mit der Bürgermeisterin Melanie Witte-Lonsing (SPD) über den Wochenmarkt und durch die Innenstadt zum Rathaus. Er nahm sich dabei Zeit für Fotos mit Passanten, kurze Gespräche, wünschte den Markthändlern "gute Geschäfte" und stöberte in einem Buchladen. Anschließend trug er sich ins Goldene Buch der Stadt ein und tauschte sich mit Kommunalpolitikern aus.

Kartoffelsuppe, Kneipenquiz und Ruderausflug

Seine Amtsgeschäfte wird Steinmeier bis Donnerstag mit kleinem Mitarbeiterstab von einem Hotel aus führen. Am Ruhr Inn wird während seines Besuchs auch die Standarte des Bundespräsidenten gehisst sein. In den kommenden drei Tagen will Steinmeier unter anderem bei einem Kneipenquiz mitmachen, Kartoffelsuppe mit Jugendlichen kochen, ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt besuchen und eine Ausfahrt mit dem örtlichen Ruderverein auf der Ruhr machen.

Hattingen an der Ruhr sei wie viele Städte in der Region vom Strukturwandel geprägt, begründete das Bundespräsidialamt die Auswahl für die NRW-Stadt. So stelle der Wegfall der Henrichshütte, einst Stahlwerk mit bis zu 10.000 Beschäftigten, die Stadt bis heute vor Herausforderungen bei der wirtschaftlichen Transformation – insbesondere angesichts angespannter kommunaler Finanzen. Zugleich mache die pittoreske Altstadt im landschaftlich reizvollen Hügelland des südlichen Ruhrgebiets Hattingen zu einem attraktiven Wohn- und Tourismusstandort mit steigenden Besucherzahlen.

Quelle: dpa

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