Kompany verweigert Antwort

Taktik des FC Bayern verwirrt ratlosen Klopp

Video poster
00:00 / 01:38
22.10.2026 | 05:44 Uhr
Der Bundestrainer schaut beim Topspiel Bayern gegen Arsenal interessiert zu. Und Jürgen Klopp rätselt dabei über das Münchner Spiel gegen den Ball - vor allem von Torjäger Harry Kane.

Die Laune beim FC Bayern war am späten Mittwochabend immer noch verschnupft. Gegen den FC Arsenal hatten die Münchner spät den Sieg hergegeben (2:2), Bundestrainer Jürgen Klopp löste schlechte Stimmung bei Trainer Vincent Kompany aus und zwei Stars der Bayern mussten verletzt ausgewechselt werden. Zumindest dürfte das nur zu einem kurzen Schreck geführt haben.

"Ich hoffe, dass beides ähnlich von der Zeit ist. Das heißt, nicht so lange, vielleicht weniger als eine Woche", sagte Kompany in der Pressekonferenz nach dem Spiel in der Allianz Arena. Er hatte zur Halbzeit Verteidiger Minjae Kim ersetzt und musste später den eingewechselten Luis Diaz auch wieder vom Feld holen. "Ganz große Verletzungen sind aber, glaube ich, ausgeschlossen." Die Beiden dürften dem Tabellenführer aber vermutlich dennoch zumindest am Sonntag im Bundesliga-Topspiel beim SC Freiburg (17.30 Uhr bei DAZN und im Liveticker bei ntv.de) fehlen.

"Ich bin nicht Papst des Fußballs"

Gänzlich schlechter war die Laune des von einem Virus noch immer geschwächten Kompany, als er auf die Verwunderung von Jürgen Klopp angesprochen wurde. Der Bundestrainer hatte in der Pause bei DAZN in die Welt posaunt, dass er den Ansatz des Bayern-Coaches nicht verstehe, aber gewillt sei, diese Erkenntnislücke zu füllen. "Ich habe bis heute nicht abschließend verstanden, was Bayern gegen den Ball macht. Aber ich will mich einfach weiterbilden. Mal ist es hybrid, dann Mann gegen Mann, dann nicht gegen den Mann. Ich lerne immer noch."

Hinweis_MONxFRE_UECL_16zu9

Insbesondere die Rolle von Harry Kane ist und bleibt für Klopp ein Rätsel. "Harry Kane ist überall. Das finde ich mit Ball in Ordnung, aber gegen den Ball?" Da sehe er ihn zeitweise tief stehend, etwa im Mittelfeld-Pressing. Das schien den Bundestrainer eher zu verwirren. "Ich bin nicht Papst des Fußballs, alle dürfen machen, was sie wollen. Aber abschließend dahinter gestiegen bin ich auch nicht."

"Da sage ich nichts dazu. Nächste Frage"

Eine Antwort bekam Klopp noch nicht. Kompany hatte zur Geisterstunde keine Lust auf öffentliche Nachhilfe. "Da sage ich nichts dazu. Nächste Frage", antwortete er bei der Pressekonferenz. Vielleicht erklärt Kompany dem Bundestrainer die Bayern-Taktik mal unter vier Augen. So ganz aufgegangen war der Plan gegen die Londoner nicht.

"Was Harry sehr gut macht - ich habe gegen ihn ja ganz oft verteidigt: Er ist manchmal da oder nicht, aber er kommt, auf jeden Fall", erläuterte Kompany später doch noch die Rolle des heißen Anwärters auf den Ballon d'Or. "Er ist überall und ein Spieler, der unglaublich oft die richtigen Entscheidungen trifft." Gegen Arsenal, berichtete Kane selbst, sei sein Spiel auch geprägt gewesen von der Stärke des Gegners. "Normalerweise ist es recht klar, wen wir pressen. Aber es hat uns ein bisschen verwirrt, wie sie sich bewegt haben", sagte er. So sei es passiert, dass die Bayern sich phasenweise tiefer hätten fallen lassen als gewollt - auch er. Das, sagte Kane, sei "definitiv etwas, das ich und die Mannschaft verbessern können". Vielleicht bei einer Nachhilfestunde mit Kompany.

FC Bayern hinkt ein bisschen hinterher

Nach den Treffern von Alphonso Davies (35.) und dem überragenden Kane (61., Handelfmeter) war Bayern dicht dran am Prestigesieg gegen Arsenal, doch Declan Rice (82.) glich in der Schlussphase noch aus. Zudem war Eberechi Eze (25.) für die Gäste erfolgreich. 

Für Bayern war es in der Königsklasse schon das zweite Remis in Serie, mit fünf Punkten aus drei Spielen rangieren Stürmerstar Harry Kane und Co. in der Ligaphase in der Tabelle damit lediglich auf Platz 14 - nur die ersten acht Teams ziehen direkt ins Achtelfinale ein. Kompany haderte indes nur ganz kurz. Klar, "ein bisschen schade" sei dieses späte Unentschieden, schließlich "haben wir das Gefühl gehabt, dass wir das Spiel gewinnen können, vielleicht auch müssen."

Von Alarm sind die Münchner weit weg, aber geschärft sind die Sinne allemal: "Wir müssen unsere Punkte einfach machen und uns eine gute Ausgangslage bringen, um im besten Fall unter die ersten Acht zu kommen. Das ist das Ziel", sagte Sportvorstand Max Eberl über die "verdammt komplizierte" Ligaphase in der Königsklasse: "Und wenn es dann nicht so ist, dann musst du über die Play-offs kommen. Aber noch haben wir fünf Spiele zu spielen." In zwei Wochen wartet bei Atlético Madrid im Finalstadion von 2027 schon die nächste große Herausforderung auf die Münchner.

Verwendete Quellen: ntv.de, tno