In der Ligue 1 mehr Tore als die PSG-Superstars Ousmane Dembélé, Desiré Doué und Chwitscha Kwaratschelija zusammen, im Durchschnitt alle 98 Minuten ein Pflichtspiel-Treffer - und dazu ein Traum-Debüt in der deutschen U21: Bei Paris Brunner schaut auch Jürgen Klopp längst ganz genau hin. "Er ist ein riesiges Talent seit Jahren", sagte der Bundestrainer jüngst. Das Nachwuchsjuwel der AS Monaco habe es "ganz toll gemacht bis hierhin - das Fußballerische".
Denn während Brunner auf dem Platz in dieser Saison einen Traumstart hingelegt hat, leistet er sich abseits des Sportlichen immer noch den einen oder anderen Fauxpas. Zuletzt fehlte er in der Liga zwei Spiele gesperrt, weil er beim Torjubel vor dem gegnerischen Fanblock mit einer Handbewegung ein Messer imitiert hatte, das die Kehle durchschneidet. Für das Heimspiel in der Conference League gegen den SC Freiburg am Donnerstag ist der 20-Jährige also bestens ausgeruht.

Die Breisgauer sollten gewarnt sein, mit dem Deutschen als Mittelstürmer sind die Monegassen deutlich gefährlicher. Mit Brunner gab es sieben Siege und ein Remis, während seiner Sperre setzte es dagegen sogleich die erste Saison-Niederlage samt Verlust der Tabellenführung. In Europa traf der frühere U17-Weltmeister in drei Spielen dreimal, auch in der Liga war er bei fünf Einsätzen schon viermal erfolgreich. Damit liegt er deutlich vor Dembélé, Doué oder Kwaratschelija.
Karriere gerät früh ins Stocken
Dabei schien die prognostizierte Weltkarriere früh ins Stocken zu geraten. Nachdem Brunner sowohl beim EM- als auch beim WM-Titel mit der deutschen U17 zum besten Spieler des Turniers gewählt worden war, stand ihm die Welt offen. Doch er sorgte mit Disziplinlosigkeiten für Schlagzeilen, der BVB suspendierte ihn - und im Sommer 2024 wechselte das Toptalent für vier Millionen Euro nach Monaco. Nach mäßig erfolgreicher Leihe zu Cercle Brügge folgte nun plötzlich der Durchbruch.
"Ich bin nicht mehr 17, ich bin 20. Ich bin jetzt ein Mann", betonte Brunner. Für die U21 traf er beim Debüt im September gleich doppelt, auch in den weiteren Partien überzeugte er. Von einem "super Fußballer" schwärmte Kapitän Tom Bischof. Er habe "ihm gesagt, dass er sich von diesem Weg nicht abbringen lassen darf mit irgendwelchen anderen Dingen außerhalb des Platzes", ergänzte DFB-Trainer Antonio di Salvo: "Er hat gesagt, dass er dazugelernt hat." Wenn Brunner diesem Versprechen Taten folgen lässt, dürfte auch Klopp früher oder später nicht mehr an ihm vorbeikommen.
