Was für ein bitterer Start für Manuel Neuer in den 5. Spieltag der Fußball-Bundesliga: Im Duell beim FC Augsburg (2:2) bekommt der Weltmeister von Luis Diaz den Anstoß zurückgespielt, legt sich den Ball einen Tick zu weit vor - und chippt den Rettungsversuch an den Rücken des heranstürmenden Augsburgers Robin Fellhauer.
Der reagiert blitzschnell, überläuft Neuer - und schiebt nach 8,4 Sekunden ein. Es ist das schnellste Tor der Bundesliga-Geschichte. Neuer hebt entschuldigend die Arme, seine Mitspieler und Trainer Vincent Kompany spenden Trost.
Auf Augsburger Seite können sie ihr Glück dagegen kaum fassen - und reiben sich verwundert, teils lachend die Augen. Geschichte wird gemacht in der Rosenau. Rekord-Torschütze Fellhauer löst Karim Bellarabi (2014, für Bayer Leverkusen bei Borussia Dortmund) und Kevin Volland (2015, für die TSG Hoffenheim gegen Bayern München) ab. Beide waren jeweils eine Sekunde langsamer als Fellhauer.
"Karim und Kevin waren sehr langsam. Spaß beiseite, es ist unbeschreiblich. Da an der Spitze zu stehen, ist ein unbeschreibliches Gefühl", sagte Fellhauer bei Sky. Die beiden abgelösten Rekordhalter schickten per Video Glückwünsche. Fellhauer hätte nach dem Patzer von Neuer sogar noch früher abschließen können. "Ich hab' kurz überlegt, direkt zu schießen. Ich habe gemerkt: Ich hab' Zeit. Die Gefahr war mir zu groß, dass ich vorbeischieße. Die acht Sekunden muss auch erstmal jemand holen."
Auch bei Vollands bisherigem Rekordtreffer stand Manuel Neuer im Tor, war allerdings chancen- und schuldlos. Damals gewann der FC Bayern das Spiel noch mit 2:1. Diesmal reichte es nicht mehr zum Sieg.
Die schnellsten Tore der Bundesliga-Geschichte:
1. Robin Fellhauer (FC Augsburg/acht Sekunden) am 10. Oktober 2026 gegen den FC Bayern
2. Kevin Volland (TSG Hoffenheim/neun Sekunden) am 22. August 2015 gegen den FC Bayern
2. Karim Bellarabi (Bayer Leverkusen/neun Sekunden am 23. August 2014 bei Borussia Dortmund
4. Ulf Kirsten (Bayer Leverkusen/elf Sekunden) am 30. März 2002 gegen den 1. FC Kaiserslautern
4. Giovane Elber (Bayern München/elf Sekunden) am 31. Januar 1998 gegen den Hamburger SV
4. Paul Freier (VfL Bochum/elf Sekunden) am 24. Mai 2003 gegen 1860 München

