"Integer und aufrichtig"

Japanische Fußball-Größe fordert FIFA-Herrscher Infantino heraus

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Kozo Tashima tritt gegen Gianni Infantino an. (Foto: IMAGO/AFLOSPORT)
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05.11.2026 | 13:19 Uhr
Lange laviert die UEFA bei der Suche nach einem Gegenkandidaten zu FIFA-Boss Infantino, da kommt aus dem Fernen Osten eine Kampfansage. Japans Ex-Verbandspräsident fordert den umstritten Schweizer heraus.

Kozo Tashima, der frühere Präsident des japanischen Fußball-Verbandes, hat angekündigt, bei der Wahl zum FIFA-Präsidenten im März 2027 gegen Amtsinhaber Gianni Infantino anzutreten. Wie der "Guardian" berichtet, hat die UEFA der Kandidatur des Japaners ihren Segen erteilt. Der europäische Dachverband hatte eigentlich angekündigt, für die Präsidentschaftswahl einen eigenen Kandidaten ins Rennen zu schicken. Abgabefrist für die Kandidaten ist der 18. November.

"Ich bin dankbar, dass ich diese Ankündigung mit der uneingeschränkten Unterstützung des japanischen Fußballverbands (JFA) machen kann. Es geht nicht darum, zu gewinnen oder zu verlieren, sondern der Welt die ehrliche, integre und aufrichtige Haltung zu vermitteln, die der japanische Fußball über die Jahre entwickelt hat", sagte Tashima bei Nippon Sports: "Genau diese Werte, die wir stets bewahrt haben, braucht die FIFA jetzt. Ich habe mich dazu entschlossen, zu kandidieren, um diese Botschaft in die Welt zu tragen."

Dass Tashima die nötigen fünf Stimmen der insgesamt 211 stimmberechtigten Verbände bekommt, um zur Wahl zugelassen zu werden, gilt als sicher. Er gilt als international respektiert und bestens vernetzt. Für den Schweizer Ex-Profi Ramon Vega, der ebenfalls seine Kandidatur angekündigt hat, ist dagegen fraglich, ob ihm die Aufnahme auf den Wahlzettel gelingt.

Tashima war von 2016 bis 2024 Präsident der FJA und wurde 2015 ins Exekutivkomitee der FIFA gewählt, dem er noch immer angehört. Der 68-Jährige debütierte 1979 für die japanische Nationalmannschaft, für die er bis 1980 sieben Länderspiele bestritt, in denen er ein Tor erzielte. Von 1983 bis 1986 studierte Tashima an der Deutschen Sporthochschule in Köln, wo er eine B-Lizenz als Trainer erwarb. Später trainierte er die U16, U17 und U19 Japans, 2013 wurde er Generalsekretär und Vizepräsident des japanischen Verbandes.

"Machtmissbrauch": Neue Vorwürfe gegen Infantino

Der umstrittene FIFA-Präsident Infantino strebt beim FIFA-Kongress am 18. März in Rabat/Marokko seine Wiederwahl für eine vierte und letzte Amtszeit an. Er war nach seinen gescheiterten Investorenplänen für Weltmeisterschaften schwer in die Kritik geraten - vor allem die UEFA drohte mit Boykott. Die Europäer haben aber bis heute keinen eigenen Gegenkandidaten präsentiert. Infantino hat dieses Lavieren genutzt und in Asien, Afrika und Südamerika eine Vielzahl an Verbänden hinter sich gebracht.

Unterdessen gibt es neue Anschuldigungen gegen Infantino: Dem FIFA-Boss wird "Machtmissbrauch" vorgeworfen. Wie die "New York Post" berichtet, soll die FIFA in Infantinos Namen mehrere VIP-Eskorten am Flughafen Miami organisiert haben, darunter auch eine Reise mit deren Hunden.

Aus Dokumenten, die dem New Yorker Boulevardblatt vorliegen, geht demnach hervor, dass Infantinos Frau und seine Töchter 125-mal in den Protokollunterlagen des internationalen Flughafens Miami auftauchen. In 63 dieser Fälle gibt es für den FIFA-Präsidenten selbst keinen Eintrag für die betreffenden Tage. Seine Ehefrau Leena Infantino taucht indes 46-mal auf - fast doppelt so häufig wie ihr viel reisender Ehemann, der lediglich 24-mal verzeichnet ist.

Die "New York Post" beruft sich zudem auf interne Schriftwechsel des Flughafens, die zeigen, dass die FIFA für Infantinos Töchter Alessia, Sabrina und Dahlia eine bevorzugte VIP-Behandlung für eine Reise nach Doha "mit ihren Hunden" verlangt habe. Flughafensprecher Greg Chin bestätigte der Zeitung, dass die FIFA entsprechende Anfragen gestellt hat. Da Infantino eine Nichtregierungsorganisation leite und die Mitarbeiter verfügbar gewesen seien, habe der Airport "den Service gewährt", so Chin.

Für die FIFA könnte das zu einem Problem werden, da der FIFA-Ethikkodex den Funktionären untersagt, ihre Ämter für "private Zwecke oder persönliche Vorteile" zu nutzen.

Verwendete Quellen: ntv.de, mar