Helmut Hack wird in die Bütt steigen, so viel ist sicher. Es geht um sein Lebenswerk. Hack ist mittlerweile 77 Jahre alt, seinen Heimatverein, den TSV Vestenbergsgreuth, hat er einst bis in die dritte Liga emporgehoben - und zu jenem unvergessenen 1:0 gegen den FC Bayern im DFB-Pokal, 1994 war das. Ein Jahr später sorgte er dafür, dass die Fußball-Abteilung des TSV als eine "juristische Person" der SpVgg Fürth beitritt.
Den dreimaligen deutschen Meister hat Hack damals vor der Pleite bewahrt - und zugleich durchgesetzt, dass das altehrwürdige "Kleeblatt" seit 1996 SpVgg Greuther Fürth heißt. Damit aber könnte nun Schluss sein. Am Sonntag werden die Mitglieder des Vereins darüber abstimmen, ob das "Greuther" wieder gestrichen und der Bundschuh neben dem Kleeblatt aus dem Vereinswappen entfernt wird. Zum Leidwesen von Ehrenpräsident Hack.
"Zurück zur SpVgg Fürth"
Hack steht ein breites Fanbündnis gegenüber, das 2018 unter dem Namen "Zurück zur SpVgg Fürth" ins Leben gerufen wurde. Am Sonntag werden zur Abstimmung 2000 Mitglieder erwartet, sie sollen bei möglicherweise eisigen Temperaturen auf der Gegengerade des Stadions im Ronhof Platz finden. Das Stadion brachten einst die Fürther in die Vernunftehe mit, der Partner die wirtschaftlich solide Basis.
Die Pläne von Hack gingen jedenfalls auf. "Greuther" Fürth stieg 1996/97 sogleich in die 2. Bundesliga auf - und von dort seitdem nicht mehr ab. Zweimal spielte die SpVgg für je ein Jahr in der Bundesliga, 2012/13 und 2021/22. Der Ronhof wurde ausgebaut, ein Trainings- und Nachwuchsleistungszentrum geschaffen. Von 1996 bis 2018 unter der Leitung von Hack in der Funktion als Präsident und Geschäftsführer.
Höchst emotionales Thema
Aktuell wird auch um zwei offizielle Logos gestritten. Der Verein nutzt seit 2003 eines mit dem Kleeblatt und dem Bundschuh, mit "SpVgg" in klein und "Greuther Fürth" in groß. Die Fußballer aber spielen weiter unter dem runden Logo mit dem Kleeblatt. Das Thema ist höchst emotional, die Mitgliederzahl hat sich deswegen auf 5000 verdoppelt, die Fan-Kampagne sammelte 200.000 Euro, um damit die Rückabwicklung zu finanzieren.
Einer Änderung von Vereinsname und Logo müssen am Sonntag 75 Prozent der anwesenden Mitglieder zustimmen. Um Hack ein wenig zu trösten, würden dann auch seine Verdienste in der Präambel der neuen Vereinssatzung gewürdigt werden.
