Rückkehrer Niclas Füllkrug haben die schlechten Prognosen für Werder Bremen vor der Saison kalt gelassen. "Ich versuche eigentlich, jede Situation sehr realistisch zu betrachten. Und nachdem ich das eingeordnet habe, wirklich dumm optimistisch zu sein, also richtig übertrieben optimistisch mit der Sachlage umzugehen", sagte der 33-Jährige bei RTL/Sky.
Diese Gelassenheit helfe ihm dabei, "einfach mit Situationen umzugehen und das Beste daraus zu ziehen und auch bestmöglich ein paar Tage später wieder performen zu können", sagte er. Werder gehe es darum, "möglichst viele Punkte zu sammeln und eine Identität zu entwickeln, mit der wir diese Punkte bestmöglich holen."
"Besonderes Erlebnis"
Bremen war vor der Saison und vor allem nach dem 1:4 zum Auftakt beim SC Freiburg von vielen Experten eine schwierige Spielzeit prognostiziert worden. Am zweiten Spieltag folgte aber ein 3:1 gegen RB Leipzig - mit Füllkrug als Torschütze.
Bei seiner spektakulären Rückkehr ins Weser-Stadion, wo er in seiner ersten Ära zum Publikumsliebling aufgestiegen war, köpfte er einen Ball aus großer Distanz ins Leipziger Tor. Danach brachen alle Dämme.
Er habe "die Jungs, die neu sind, vorgewarnt, dass es sehr, sehr emotional wird. Dass es sehr intensiv wird im Weser-Stadion", sagte Füllkrug. Der Treffer sei "ein besonderes Erlebnis für alle" gewesen: "Meine Frau und meine Tochter sitzen auch oben über der Ostkurve, über der Fankurve. Und dann die Fans, wo man mittlerweile nach so langen Jahren auch schon einzelne Gesichter kennt oder wiedererkennt. Das ist schon immer was Besonderes, muss ich schon gestehen."
Unglückliche Jahre
Füllkrug spielte bereits in der Jugend für Werder und kehrte 2019 noch einmal von Hannover 96 zurück. 2023 wechselte er als Bundesliga-Torschützenkönig für eine Ablösesumme von geschätzt 15 Millionen Euro zu Borussia Dortmund, schon ein Jahr später verließ er den BVB Richtung West Ham.
Doch bei dem Klub aus London stockte die Karriere des Stürmers. In der Winterpause war er zur AC Mailand gewechselt, um nach eher enttäuschenden eineinhalb Jahren in England seine Chancen auf einen WM-Einsatz zu erhöhen. In 20 Einsätzen für Milan gelang ihm aber nur ein Treffer. Nun ist er - vorerst auf Leihbasis - zurück in Bremen.


