"Karim, hol ihn dir, Junge"

DFB-Fan erklärt unschönen Hintergrund seiner Adeyemi-Rufe

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Karim Adeyemi wurde in Augsburg immer wieder angefeuert. Von einem lautstarken deutschen Fan. (Foto: IMAGO/MIS)
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02.10.2026 | 09:44 Uhr
Sich ständig wiederholende Karim-Adeyemi-Rufe sorgen bei der TV-Übertragung des Nations-League-Spiels der Nationalmannschaft gegen Griechenland für Rätselraten. Inzwischen sind die (unschönen) Hintergründe bekannt.

"Karim, hol ihn dir, Junge" - laute Anfeuerungsrufe für Karim Adeyemi sorgen bei der TV-Übertragung des DFB-Spiels gegen Griechenland für Aufsehen. Mittlerweile ist klar, von wem sie kommen und wer hinter den Rufen steckt: Es ist der langjährige DFB-Fan Steven Pawlowicz.

Der 32-Jährige aus Nürnberg hatte sich nach der Partie zunächst unter einem Instagram-Post des ZDF zu Wort gemeldet. Anschließend erklärte Pawlowicz auch gegenüber "Bild"-Zeitung und "Frankenpost" den Hintergrund seiner Rufe: Adeyemi und andere DFB-Akteure waren demnach aus seinem Block in der Augsburger WWK-Arena heraus aufs Übelste bepöbelt worden. Pawlowicz wollte die Spieler, allen voran den Ex-BVB-Star, mit seinen Rufen supporten.

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"Wollt ihr wieder ein Thema aufmachen, wo keins ist"

"In der ersten Minute kamen aus der dritten Reihe hinter uns wüste Beschimpfungen Richtung der deutschen Spieler, anfangs vor allem gegen Bayern-Spieler. Beleidigungen, die dann umgeschlagen sind, dass es auch in Richtung von Aussehen ging", schilderte Pawlowicz. Doch nicht nur die Spieler wurden zur Zielscheibe der Pöbler. "Es wurden auch andere Zuschauer wüst beleidigt und sogar mit Gewalt bedroht mit Ausrufen wie 'Komm doch her!' oder 'Was willst du eigentlich?'“

Ordner-Reaktion? "Nur Achselzucken"

Er ergänzte: "Wir haben sofort dem Ordner Bescheid gegeben. Es kam aber keine Reaktion - nur ein Achselzucken." Als Adeyemi und sein Flügel-Pendant Kevin Schade nach ungefähr 20 Minuten die Seiten wechselten, spielte der Profi des FC Barcelona direkt vor dem Block mit Pawlowicz und den Pöblern, bei denen es sich mutmaßlich um zwei Männer gehandelt haben soll. 

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"Jedes Mal, wenn sie etwas Ekliges geschrien haben, habe ich etwas Positives geschrien, aber lauter", sagte Pawlowicz, der zu diesem Zeitpunkt von dem Außenmikrofon in seiner Nähe nichts wusste. "Ich hatte keine Ahnung, dass man mich hört. Man hatte im Stadion gar kein Netz. Die Griechen waren auch so laut, dass ich wirklich verwundert bin, dass man mich so gut hören konnte."

"Bei Länderspielen noch nicht erlebt"

Pawlowicz, der nach eigenen Angaben über viele Jahre schon zahlreiche DFB-Partien im Stadion verfolgte, zeigte sich von den Attacken auf Adeyemi und Co. entsetzt. "So etwas habe ich bei Länderspielen noch nicht erlebt. Deutschland-Spiele sind eigentlich super entspannt, nicht zu vergleichen mit Spielen in der Bundesliga. Super friedfertige Atmosphäre – egal ob gegen Italien oder Finnland. Aber Chaoten gibt es immer."

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Zur zweiten Halbzeit kehrten die Pöbler dann nicht in den Block zurück, laut Pawlowicz womöglich, weil andere Zuschauer inzwischen die Polizei eingeschaltet hatten. "Deswegen war ich auch ruhiger, aber das hat mich dann nicht davon abgehalten, weiterzumachen mit dem, was ich angefangen habe", sagte der mutige DFB-Anhänger.

Verwendete Quellen: ntv.de, tno/sport.de