Max Verstappen hat sich klar dagegen ausgesprochen, dass die Formel 1 ihre letzten beiden Rennen der Saison in Katar und Abu Dhabi austrägt. Er genieße es zwar, in "diese Länder" zu kommen und Rennen zu fahren, sagte der viermalige Weltmeister bei der nordischen Streamingplattform "Viaplay". "Aber wenn man weiß, dass der Krieg sehr nah ist und manche Länder miteinander in Konflikt stehen könnten, dann denke ich, sollte man da nicht hingehen."
Es sei "egal, ob es einen Vertrag gibt oder nicht. Das ist meine persönliche Meinung. Aber es liegt nicht bei mir", so Verstappen weiter. Gefragt, ob die Rennen trotz seiner Bedenken stattfinden würden, antwortete der Niederländer: "Leider ja." Ein mögliches Ausweichen nach Imola stößt bei Verstappen dagegen auf Gegenliebe - obwohl in der Emilia-Romagna im Dezember ein hohes Regenrisiko bei maximalen Temperaturen um die 15 Grad besteht. "Das wird ein Chaos mit unseren Regenreifen, denke ich. Aber damit bin ich eigentlich fein. Es ist natürlich eine spaßige Strecke."
Die Formel 1 hat die letzten beiden Grand-Prix-Wochenenden in Katar (27. bis 29. November) und Abu Dhabi (4. bis 6. Dezember) ungeachtet des Krieges am Persischen Golf noch nicht abgesagt. Die USA und Israel hatten Ende Februar die Islamische Republik Iran angegriffen und dabei den amtierenden Revolutionsführer Ayatollah Ali Chamenei getötet.

Max Verstappen muss 100 Karts überholen
Wer trägt bei Absage das Risiko?
Die Regierung in Teheran reagierte mit Raketenangriffen auf Israel und seine arabischen Nachbarn - darunter Saudi-Arabien, Katar, die VAE mit ihrer Hauptstadt Abu Dhabi, und Bahrain. Eine zwischenzeitlich ausgehandelte Waffenruhe zwischen den Kriegsparteien hielt nicht lange. Iran sperrt zurzeit die für den internationalen (Öl-)Handel wichtige Straße von Hormus, die US-Regierung von Präsident Donald Trump blockiert als Gegenmaßnahme iranische Häfen. Zuletzt griff zudem die mit Iran verbündete Huthi-Miliz aus dem Jemen immer wieder arabische Golfstaaten mit Drohnen an, die mit den USA verbündet sind.
Die Formel 1 hatte auf den Irankrieg zunächst schnell reagiert und den ursprünglich für 12. April angesetzten Bahrain-GP nach Malaysia verlegt, wo nun am kommenden Wochenende gefahren wird. Der Grand Prix von Saudi-Arabien (19. April) wurde ganz abgesagt.
Die Rennen in Katar und Abu Dhabi haben die F1-Macher trotz der fragilen Sicherheitslage noch nicht abgesagt. Für die Rennserie besteht bei einer Absage ein erhebliches finanzielles Risiko - wobei aus vertraglicher Sicht offenbar entscheidend ist, wer absagt: Die Formel 1 oder die örtlichen Veranstalter. Laut einem Bericht der "Times" zögert die Formel 1 zurzeit, weil sie millionenschwere Gebühren der Streckenbetreiber verlieren könnte, wenn sie selbst absagt. Sagt hingegen der örtliche Veranstalter ab, könne das finanzielle Risiko stärker bei diesem liegen. Mit einer Entscheidung wird bis Mitte Oktober erwartet.
