Ungeachtet dessen, dass Max Verstappen seinen Vertrag bei Red Bull bis Ende 2030 verlängert hat, buhlt das britische Traditionsteam McLaren weiter um den viermaligen Formel-1-Weltmeister. "Die Tür steht für Max noch weit offen. Für 2028, 2029 oder welches Jahr auch immer. Ich habe es genossen, ihn besser kennenzulernen und würde sehr gerne irgendwann mit ihm zusammenarbeiten", sagte McLaren-Boss Zak Brown im Interview mit der niederländischen Zeitung "De Telegraaf".
Er habe im vergangenen Sommer mehrere Male mit dem 28-Jährigen gesprochen, verriet Brown vor dem Großen Preis von Aserbaidschan in Baku. "Einfach, weil ich ihn besser kennenlernen wollte." Dabei zeichnete der Amerikaner ein durchaus überraschendes Bild von Verstappen. "Wenn ich ein einziges Wort verwenden dürfte, um ihn zu beschreiben, wäre es ein Wort, das mir vor diesen Gesprächen nicht in den Sinn gekommen wäre: charmant. Ich wette, niemand, der ihn nicht gut kennt, würde ihn so beschreiben. Aber ich bin wirklich beeindruckt von ihm. Ein Rennfahrer durch und durch."

Max Verstappen muss 100 Karts überholen
McLaren galt in der ersten Hälfte der Saison zeitweise als heißester Kandidat für einen möglichen Wechsel Verstappens. Der Holländer hatte mit Red Bull einen enttäuschenden Saisonstart hingelegt, beschwerte sich zudem lautstark über die neue Autogeneration der Formel 1. Neben dem britischen Rennstall hatte auch das Werksteam Mercedes um Silberpfeil-Chef Toto Wolff seine Angel nach Verstappen ausgeworfen.
"Mit diesem Kerl könnte ich wirklich Rennen fahren"
Vor seinem Heimspiel in Zandvoort im August verkündete Verstappen dann aber, seinen (bis 2028 laufenden) Vertrag bei Red Bull vorzeitig verlängert zu haben. Berichten zufolge kassiert er künftig angeblich rund 70 Millionen Euro pro Jahr, zehn Millionen Euro mehr als zuvor. Zudem soll in Verstappens Arbeitsvertrag erneut eine Klausel verankert sein, die ihm einen vorzeitigen Abgang ermöglicht.
McLaren hält die Tür daher bewusst offen. Brown gab zwar an, mit seinem Fahrerduo Lando Norris und Oscar Piastri zufrieden zu sein. Aber dass Brown zuschlagen würde, sollte Verstappen auf dem Markt sein, ist zwischen den Zeilen klar herauszulesen. Man wisse "nie, was die Zukunft bringt", so der Rennstall-CEO. "Aber ich war von ihm als Mensch viel stärker beeindruckt, als ich erwartet hatte", sagte Brown. "Ich dachte mir: Mit diesem Kerl könnte ich wirklich Rennen fahren. Denn ich hasse es, gegen ihn zu fahren."
