Formel-1-Team Haas hat seinen Fahrer Esteban Ocon noch vor Saisonende gefeuert, der Franzose wird bei den verbleibenden Rennen nicht mehr im Auto des US-Rennstalls sitzen. Ocons Steuer übernimmt der 21-jährige Brasilianer Rafael Câmara - der direkt bei seinem Heimspiel in Sao Paulo am Wochenende in der Motorsport-Königsklasse an der Seite von Oliver Bearman debütiert.
Câmara stand schon zuvor als Haas-Fahrer für 2027 fest - mit Ocon hatte das Team den Vertrag im Sommer nicht verlängert. "Solche Entscheidungen werden - wie schon damals in Mexiko-Stadt - niemals leichtfertig getroffen. Wir sind jedoch nach wie vor der festen Überzeugung, dass dies im besten Interesse des Teams für dessen weitere Entwicklung ist", sagte Teamchef Ayao Komatsu.
Der Rauswurf kommt nicht überraschend. Haas hatte Ocon schon beim vergangenen Grand-Prix-Wochenende in Mexiko aus dem Fahrerlager verbannt. Für den 30-Jährigen kletterte Ersatzpilot Ryo Hirakawa ins Auto. Ocon beschwerte sich schon im Freitagstraining im Funk über eine Ansage seiner Renningenieurin Laura Müller zur Reifenwahl. Später soll es in der Nachbesprechung erneut gekracht haben. Medienberichten zufolge soll Ocon gegenüber Komatsu gar handgreiflich geworden sein.
Ocon wehrt sich gegen Gewalt-Vorwürfe
Die Gerüchte über eine gewalttätige Auseinandersetzung wies Ocon "kategorisch" zurück. Er bat darum, derlei Spekulationen zu unterlassen und kündigte weitere Informationen zu gegebener Zeit an. Ocon bestätigte einzig, dass es nach dem Training "aufgrund unterschiedlicher Standpunkte zu einer Diskussion" gekommen sei.
Komatsu ging nicht ins Detail, welche Gründe zu der sofortigen Trennung geführt haben. "Die Gespräche, die letztendlich zwischen dem Team und Esteban stattfanden, bleiben eine interne Angelegenheit, und wir werden den vertraulichen Charakter solcher Gespräche hinter verschlossenen Türen auch weiterhin respektieren", ließ der Japaner lediglich wissen.

Ferrari-Zoff: Ralf Schumacher kritisiert Hamilton hart
Ocons Zukunft in der Formel 1 ist ungewiss. Der Franzose hatte den Verlust seines Haas-Cockpits als "unverdient" kritisiert, sich mit seinem jüngsten Verhalten allerdings ebenso wenig angeboten, wie mit Leistung auf der Strecke. "Er hat womöglich den Rest seiner Formel-1-Karriere weggeschmissen", kritisierte der frühere Weltmeister Jenson Button bei Sky. Ocon habe sich selbst geschadet. "Das Beste für ihn ist und bleibt, so gut und hart zu fahren und zu arbeiten, wie er kann, um zu zeigen, wie gut er ist. Das kann er jetzt nicht mehr, wegen einer Meinungsverschiedenheit über die Reifen - im Training!", lederte der Brite.
Ocon fährt seit 2016 in der Formel . Seine beste Zeit hatte er von 2020 bis 2024 bei Renault/Alpine. Mit dem französischen Team gewann er 2021 in Ungarn sein einziges Rennen. Aber auch dort endete seine Zeit alles andere als harmonisch.

