EM vier Monate nach Geburt? Deutsche legt es drauf an
Eine Handball-EM nur vier Monate nach der Geburt des eigenen Kindes zu spielen - klingt verrückt, könnte im Fall von Xenia Smits aber Realität werden. Am Freitag benennt Bundestrainer Markus Gaugisch seinen EM-Kader - und über allem schwebt die Frage: Steht die junge Mutter tatsächlich auf der Liste und damit vor einem Blitz-Comeback? "Wenn ich eine Hilfe sein kann, dann bin ich immer bereit", sagte Smits dem SID kurz vor der Nominierung für den Saison-Höhepunkt im Dezember. Das große Geheimnis lüften mochte die 32 Jahre alte Rückraumspielerin nicht, ließ aber tief blicken.
"Ich versuche schnellstmöglich und bestmöglich fit zu werden, aber auch sehr vernünftig", so Smits, die im August ihren Sohn Finn, ihr "kleines Wunder", zur Welt brachte. Es stünden "noch ein paar Untersuchungen an. Und bevor ich die nicht gemacht habe, kann ich nicht so viel dazu sagen." Gaugisch weiß, was die langjährige Anführerin für das DHB-Team auf und abseits der Platte bedeutet. Und als Trainer, der Smits kennt wie kaum ein anderer, weiß er auch, dass der defensivstarken Rückraumspielerin alles zuzutrauen ist. Selbst eine Rolle als EM-Edeljoker scheint im Bereich des Möglichen.
Ewiger Perez mit Ehrfurcht gefeiert
Es war eine Triumphfahrt - zweifelsohne auch eines Weltmeisters würdig. Die wohl berühmteste Straße Mexikos war teilweise gesperrt, die morgendliche Sonne kam raus und Zigtausende Fans schwelgten zwischen Verehrung, Bewunderung und auch ein bisschen Ehrfurcht. Beim Showrun am "Ángel de Independencia" auf der Reforma in Mexiko-Stadt gab der aktuell Letzte des Formel-1-Klassements Gas: Sergio Pérez. Der Grund: Der Mexikaner bestreitet an diesem Wochenende in seiner Heimat seinen 300. Grand Prix in der Königsklasse des Motorsports.
Nicht mal zehn Fahrer haben in der Geschichte der Formel 1 seit deren Gründung 1950 die Marke von 300 Rennen erreicht. Pérez, der eigentlich nie unangenehm auffällt, als Teamplayer gerühmt wird und auch schon viel einstecken musste, ist von Sonntag (21 Uhr/Sky und im ntv.de-Liveticker) an einer von ihnen.
Ist es das spektakulärste Comeback des Fußball-Jahres?
Ivan Prtajin vom 1. FC Kaiserslautern hat im DFB-Pokal eines der spektakulärsten Comebacks dieses Fußball-Jahres hingelegt. Neun Monate lang fehlte der 30 Jahre alte Kroate wegen eines Achillessehnenrisses. Beim 2:0 (1:0)-Sieg bei Hannover 96 wurde er zum ersten Mal wieder eingewechselt - und köpfte nur sechs Minuten später das entscheidende zweite Tor (86.). Nahezu die komplette Mannschaft des FCK lief danach jubelnd zu ihrem lange vermissten Torjäger. "Das ist verrückt. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich bin einfach glücklich", sagte Prtajin hinterher. "Danke Gott, danke jedermann: den Medizinern, dem Staff, den Fans, dem Team. In den neun Monaten hat mich jeder unterstützt."

Wagner scheitert mit Hannover an Kaiserslautern
Der Stürmer erlitt die schwere Verletzung am 31. Januar beim Zweitliga-Spiel gegen den späteren Aufsteiger SV Elversberg. Bei den beiden vergangenen Partien gegen den VfL Bochum (2:0) und den 1. FC Nürnberg (1:0) gehörte Prtajin zum ersten Mal wieder zum Kader des FCK. Zum Comeback kam es aber erst, als sein Trainer Torsten Lieberknecht ihn in Hannover in der 80. Minute einwechselte.
"Sind ein Weltklasse-Team": Bayern-Coach trotzt folgenschwerem Remis
Trotz eines womöglich folgenschweren Unentschiedens des FC Bayern in der Champions League lässt sich Trainer José Barcala die Qualität seiner Fußballerinnen nicht schlechtreden. "Wir sind ein Weltklasse-Team", betonte der Coach nach dem ärgerlichen 2:2 gegen Real Madrid. Dabei hatten die Münchnerinnen zunächst ein frühes 0:2 aufgeholt. Mehrfach aber verpassten sie durch kleine Fehler im Angriff den möglichen Siegtreffer.
"Wir arbeiten daran, bei Themen noch besser zu werden. Aber wir sind ein Weltklasse-Team, weil wir Weltklasse-Spielerinnen haben und weil wir heute eine Sieger-Mentalität gezeigt haben", sagte Barcala. "Viele Teams wären heute hingekniet, hätten womöglich aufgegeben oder emotional gewackelt. Aber wir waren standhaft. Wir haben viele gute Momente gezeigt und Chancen kreiert. Darauf müssen wir stolz sein."
Thomas Müller kann wieder Fußball spielen
Thomas Müller hat nach einer mehr als dreiwöchigen Verletzungspause kurz vor den Playoffs in der Major League Soccer sein Comeback für die Vancouver Whitecaps gegeben. Beim 4:1 gegen San Diego FC wurde der ehemalige deutsche Nationalspieler in der 74. Minute eingewechselt und war zwei Minuten später einer der ersten Gratulanten nach dem Treffer zum 4:0. Müller hatte sich am 6. Oktober eine Verletzung am Oberschenkel zugezogen und seither nicht mehr für sein Team gespielt. Vancouver hat die Teilnahme an den Playoffs bereits sicher, San Diego durch die Niederlage keine Chance mehr auf die K.-o.-Runde.
Lionel Messi wird mit Inter Miami ebenfalls in den Playoffs dabei sein, muss nach einem erst spät gesicherten 2:2 gegen den FC Cincinnati nun aber am Wochenende zu einem enorm wichtigen Auswärtsspiel bei den New England Revolution antreten. Das Team um US-Nationaltorwart Matt Turner zog durch einen Sieg gegen New York zwei Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde an Miami vorbei auf Rang zwei der Eastern Conference - und dieser Platz würde mehr Heimspiele in den Playoffs garantieren. Messi blieb gegen Cincinnati ohne eigenes Tor.
Frustrierter Sandro Wagner: "Uns wird seit Monaten nichts geschenkt"
Viertes Spiel, wieder kein Sieg - für Trainer Sandro Wagner von Hannover 96 war das Aus im DFB-Pokal nur schwer zu verkraften. Der Zweitligist zeigte im Duell mit dem 1. FC Kaiserslautern vermutlich die beste Saisonleistung, vergab aber beste Chancen - und so war nach dem 0:2 (0:1) Endstation. "Ich glaube, heute ist es so: Das Spiel passt nicht zum Ergebnis, und die Statistiken passen auch nicht dazu, aber das ist eben Fußball. Wir haben uns leider nicht belohnt", sagte Wagner, der bei 96 einen Fehlstart hingelegt hat. Doch der ehemalige Nationalspieler gab sich kämpferisch: "Ich bin überzeugt von den Jungs. Und ich sehe, dass sie es können. Ich habe es vor dem Spiel schon gesagt: Aktuell wird uns nichts geschenkt. Dieser Mannschaft wird seit Monaten nichts geschenkt, aber das ist so im Fußball. Man muss es sich holen."
In der 2. Liga ist Hannover zuletzt auf Platz 16 in der Tabelle abgerutscht, gegen Dynamo Dresden (Sonntag, 13.30 Uhr/Sky und im ntv.de-Liveticker) soll die Wende her. Der Auftritt gegen Kaiserslautern macht Wagner trotz der Pleite Mut. "Ich finde, nur den Inhalt betrachtet, war das heute ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Nur das Ergebnis stimmte nicht", sagte er.
Mediziner erklärt die Kompany-Diagnose
Eine Hirnhautreizung kann lebensbedrohlich sein. Im Fall Vincent Kompany spricht vieles dafür, dass sie nicht so dramatisch ist, sagt Arzt und Medienjournalist Dr. Christoph Specht.




