29 Mal stand Leonie Fiebig bei internationalen Meisterschaften und Weltcups im deutschen Dress auf dem Treppchen, 2023 feierte die Wahl-Kölnerin ihren Karrierehöhepunkt: Mit Pilotin Kim Kalicki raste die Anschieberin zum WM-Triumph im Zweierbob. Doch künftig wird die 36-Jährige nicht mehr in einem deutschen Schlitten sitzen: "Es ist offiziell", schrieb Fiebig rund einen Monat vor dem Beginn der neuen Weltcup-Saison in einem Social-Media-Beitrag. "Ich werde von nun an für das TEAM USA an den Start gehen."
Fiebig, die in Memphis studiert hat, war zuletzt schon bei den US-amerikanischen Anschiebermeisterschaften an den Start gegangen und hatte damit schon einen starken Hinweis auf den bevorstehenden Verbandswechsel gegeben. Im Februar hatte sich die Weltmeisterin nicht für das deutsche Olympiaaufgebot qualifizieren können.
"Nach Jahren, in denen ich bei jedem großen Wettkampf am Start war und genau dann Leistung gebracht habe, wenn es darauf ankam, kann und will ich meine Enttäuschung nicht leugnen", schrieb sie damals auf Instagram. "In den letzten acht Jahren habe ich mich in jeder Hinsicht auf die Olympischen Spiele vorbereitet. Es bricht mir das Herz, dass ich meine Erfahrung, mein Wissen und meine Leistung erneut nicht auf olympischem Boden zeigen darf."
2022 war Fiebig nur als Ersatzfrau Teil des deutschen Aufgebots in Peking. In Cortina d'Ampezzo fuhr Kalicki mit ihrer neuen Anschieberin Talea Prepens nach vier Läufen um einen Wimpernschlag an der Bronzemedaille vorbei. Ob die Deutsche nun ihren olympischen Traum für die USA leben darf, ist allerdings noch nicht absehbar: Die nächsten Winterspiele finden erst 2030 in den französischen Alpen statt.
