Aus im Viertelfinale

Polen zerschmettert Traum von deutschem Volleyball-Märchen

image
Erik Röhrs (l.) und Anton Brehme sind mit dem DVV-Team bei der EM ausgeschieden. (Foto: dpa)
00:00 / 03:20
22.09.2026 | 20:39 Uhr
Die deutschen Volleyballer träumen bei der EM in Sofia von einer Medaille. Dank einer dramatischen Aufholjagd schaffen sie es ins Viertelfinale - dort ist gegen den Favoriten aber nichts zu holen.

Die Sensation ist ausgeblieben, der Medaillentraum geplatzt: Die deutschen Volleyballer sind im Viertelfinale der Europameisterschaft erwartungsgemäß an Topfavorit Polen gescheitert. Die Mannschaft von Bundestrainer Massimo Botti unterlag dem Titelverteidiger und Weltranglistenersten 0:3 (23:25, 17:25, 17:25) und verpasste den Einzug in die Runde der letzten vier in Mailand. "Die Bilanz muss positiv sein", sagte Jan Zimmermann nach dem Ende der EM-Reise: "Wir müssen positiv rausgehen, die Sachen mitnehmen, die wir gut gemacht haben, weiter daran arbeiten." Für das nächste Jahr hoffe er, dass das Team "auf dem Level anfangen" könne.

Die Männer des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) kassierten die achte Niederlage im neunten EM-Duell mit Polen, den einzigen Sieg hatte es vor 33 Jahren gegeben. Das DVV-Team, für das Erik Röhrs mit zwölf Punkten der beste Scorer war, verlor zudem das sechste Pflichtspiel in Serie gegen den Nachbarn, der im Halbfinale auf Belgien oder Slowenien trifft.

Für Deutschland geht damit das Warten auf die zweite EM-Medaille nach Silber vor neun Jahren weiter. Doch auch ohne Edelmetall können die Volleyballer auf ein gutes Turnier zurückblicken, schließlich war die deutsche Nationalmannschaft im vergangenen Jahr bei der WM bereits in der Vorrunde ausgeschieden. Langfristiges Ziel für das Team von Botti ist die Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele 2028 in Los Angeles.

"Wir werden als Außenseiter ins Spiel gehen, können befreit aufspielen, geben unser Bestes und schauen, was dann drin ist", hatte Moritz Reichert im Vorfeld betont. Nach Bulgarien, das Deutschland im Achtelfinale trotz eines 0:2-Rückstandes furios mit 3:2 besiegt hatte, komme mit den Polen zwar nun "nicht gerade ein leichterer Gegner, es wird eher noch schwerer", sagte der Außenangreifer: "Aber man hat gesehen, dass nichts unmöglich ist."

Deutscher Frust im zweiten Satz

Zu Beginn hielt die deutsche Mannschaft in Sofia gut mit. Doch nach einem zwischenzeitlichen 6:6 leistete sich der Underdog dann einige Fehler, Polen schnappte sich drei Punkte in Serie - und Botti nahm eine erste Auszeit. "Macht euch jetzt keine Sorgen", sagte der Bundestrainer. Und sein Team brach nicht ein, entschied immer wieder lange Ballwechsel für sich. Mit 23:25 ging der erste Satz aber dennoch an die Nummer eins der Welt.

Die Polen fanden im zweiten Durchgang besser ins Spiel, Deutschland wirkte dagegen frustriert. Schnell lag das DVV-Team mit 4:9 zurück. Eine Hypothek gegen einen solchen Gegner, der den Vorsprung weiter ausbaute und sich auch Satz zwei schnappte. Mit dem Rücken zur Wand stemmte sich Deutschland gegen die drohende Niederlage, lag im dritten Satz sogar mit 9:5 vorne. Doch eine märchenhafte Aufholjagd wie gegen Bulgarien gelang nicht ein zweites Mal.

Verwendete Quellen: ntv.de, mar/sid