Lions @ Bills: Auf einen Blick
Die Buffalo Bills haben ihr neues Highmark Stadium mit einem Ausrufezeichen eröffnet und vier Touchdowns in ihren ersten vier Drives erzielt.
Amon-Ra St. Brown fing seinen ersten Pass erst spät im zweiten Viertel, drehte danach jedoch auf und erzielte noch zwei Touchdowns.
Die Bills setzten ihren Trend, was ihr Offensiv-Personal mit mehreren Tight Ends angeht, fort und stellten die Gäste damit vor unlösbare Probleme.
Lions @ Bills: Die Analyse
Die Premiere im neuen Highmark Stadium hätte für die Bills nicht besser beginnen können. Sie beendeten ihre ersten vier Drives des Spiels mit Touchdowns - erst beim fünften vor der Pause mussten sie punten. Quarterback Josh Allen eröffnete das Offensivfeuerwerk mit einem Quarterback-Sneak in die Endzone. Anschließend warf er Touchdown-Pässe auf Joshua Palmer (43 Yards) und die beiden Tight Ends Dawson Know (1 Yard) und Dalton Kincaid (16 Yards).
Die Bills dominierten das Spiel vor der Pause phasenweise nach Belieben. Offensiv spielten sie überwiegend in 12-Personnel, also mit zwei Tight Ends und spielten daraus sehr variabel, auch wenn das Passspiel überwog. Allen nutzte die großen Lücken aus, die die Lions-Defense immer wieder aufwies in der ersatzgeschwächten Secondary - Safeties Kerby Joseph und Brian Branch fehlten von vornherein, Avonte Maddox verletzte sich in der ersten Hälfte. Zudem gelang es Detroit gerade zu Beginn kaum, Allen in der Pocket zu halten. Immer wieder orientierten sich die Gäste, die meist in Base-Defense spielten, im Pass Rush zur Mitte, was Allen seitlich Raum zum Laufen gab, den er eiskalt ausnutzte.
Die Gäste wiederum fanden offensiv erst im zweiten Viertel ins Spiel. Nicht zufällig fing Amon-Ra St. Brown auch erst knapp sechs Minuten vor der Pause seinen ersten Pass im Spiel - es war zugleich sein erstes Target. In der Folge dominierte Running Back Jahmyr Gibbs den Drive und schloss ihn auch mit einem 11-Yard-Touchdown-Catch ab. Und kurz vor der Pause gelang Jake Bates noch ein 31-Yard-Field-Goal mit auslaufender Uhr zum 10:27-Pausenstand.
Die Lions nahmen den Schwung aus dem Ende der ersten Hälfte mit ins dritte Viertel und legten einen weiteren guten Drive hin. An dessen Ende stand St. Browns dritter Touchdown der Saison. Doch anstatt nervös zu werden, blieben die Hausherren im Anschluss cool und legten einen souveränen Drive ihrerseits hin. Sie setzten aufs Run Game, Allen fand immer wieder weit offene Receiver nahe der Seitenlinien und lief letztlich selbst über zwei Yards zum Touchdown, der den 17-Punkte-Vorsprung wiederherstellte.
Die Lions hatten jetzt jedoch ihren Rhythmus gefunden und bewegten den Ball konstanter. Jared Goffs 34-Yard-Pass auf St. Brown war so etwas wie der Dosenöffner. Anschließend fand er den Deutsch-Amerikaner nochmal, ehe Goff Sam LaPorta für einen 1-Yard-Touchdown-Pass traf - nach mehreren Defensiv-Strafen, die den Gästen halfen. In der Folge gelang Detroit sogar ein weiterer Stopp, doch die Bills-Defense merzte den Fehler postwendend mit einem 3-and-out wieder aus, was Mitte des Schlussviertels so etwas wie die Vorentscheidung bedeutete. James Cook legte noch einen Score drauf und St. Brown setzte letztlich mit seinem zweiten Touchdown den Schlusspunkt.
Die Bills bangen derweil um Wide Receiver D.J. Moore, der bei einem Play auf der Schulter landete und das Spiel noch in der ersten Hälfte verließ. Eine Diagnose steht noch aus.
Detroit Lions (1-1) @ Buffalo Bills (2-0)
Ergebnis: 31:41 (0:14, 10:13, 7:7, 14:7)
Lions @ Bills: Die wichtigsten Statistiken
Allen ist der fünfte Quarterback in den vergangenen zehn Saisons, der in einer ersten Halbzeit mindestens drei Touchdown-Pässe und einen Rushing Touchdown erzielt hat.
St. Brown hatte zwar erst spät im zweiten Viertel seinen ersten Catch, drehte danach aber richtig auf. Am Ende standen für ihn neun Receptions für 142 Yards und zwei Touchdowns zu Buche.
Die entscheidenden Spieler in Buffalos Defense waren indes Edge Rusher Gregory Rousseau mit vier Pressures und zwei Sacks sowie Defensive Tackle Deone Walker mit sechs Pressures.
Der Star des Spiels: Josh Allen (QB, Bills)
Eigentlich hatte er nur einen wackligen Pass im ganzen Spiel. Ansonsten traf er stets die richtigen Entscheidungen durch die Luft, war auf dem Boden nicht zu halten und war letztlich für fünf Total Touchdowns verantwortlich. Was will man mehr?
Der Flop des Spiels: Defense (Lions)
Einen einzelnen Spieler herauszugreifen erscheint angesichts der Gesamtleistung wenig angemessen. Zudem muss man anmerken, dass ihnen einige Leistungsträger in der Secondary fehlten. Doch das entschuldigt nicht, wie disziplinlos die Defensive Line zu Beginn agierte, als sie Allen immer wieder aus der Pocket entwischen ließ. Ebenso wenig erklärt dies, warum man über weite Strecken unvorbereitet wirkte und lange keine Antwort auf die Multi-TIght-End-Sets der Bills fand, obwohl sie damit schon in der Vorwoche dominierten.

Analyse: Lions @ Bills - die Taktiktafel
Die Bills starteten das Spiel in 13-Personnel, überwiegend setzten sie aber auf 12 und streuten gerade zum Start viel Play Action ein, was die Lions-Defense, die dagegen fast immer ihre Base-Defense stellten - also mit drei Linebackern spielten -, häufig aus der Reserve lockte und Lücken riss.
Der Schlüssel für die Bills war jedoch vor allem, dass sie unabhängig vom Personal alle möglichen Formationen stellten. Sie ließen Tight Ends wide spielen, was für Mismatches gegen Cornerbacks sorgte. Genauso stellten sie Wide Receiver in TE-Positionen an die Line, um so für Verwirrung zu sorgen - und Mismatches gegen Linebacker zu kreieren. Die Lions hatten auf nichts davon eine Antwort.
Beide Defenses spielten überwiegend Zone Coverage, doch die Lions zeigten sich äußerst aggressiv. Sie blitzten circa der Hälfte der Dropbacks, was Allen aber eiskalt mit schnellen und gar nicht mal so kurzen Pässen bestrafte.
Die Bills setzten im Run Game sehr oft auf Duo-Blocking-Konzepte, auf die Detroit keine Antwort hatte.
