Schwergewichts-Weltmeister Agit Kabayel wird seinen WBC-Gürtel im November in einem deutschen Stadion verteidigen. Das sagte Kabayels britischer Promoter Frank Warren im Gespräch mit RTL/ntv. "Wir werden eine große, große Show gegen einen Top-10-Gegner veranstalten. Es wird in einem Stadion sein, ein großer Stadionkampf." Über den Herausforderer könne er noch nichts sagen, so der 74-Jährige schmunzelnd: "Wir arbeiten am Vertrag. Wenn ich anfange zu sagen, wer es ist, werden sie mehr Geld fordern."
Kabayel erhielt am Samstag in seiner Heimatstadt Bochum offiziell den WBC-Titel, den Schwergewichts-König Oleksandr Usyk im Juni niedergelegt hatte. Der Weltverband erklärte den 33-jährigen daraufhin zum Champion, Kabayel ist der erste deutsche Boxmeister aller Klassen seit Max Schmeling 1932. Der "Leberking" deutete auf dem Bochumer Rathausbalkon unter dem Jubel seiner Anhänger an, gegen wen er als nächstes in den Ring steigt. Es gebe da einen Mann, dem man "Respekt beibringen muss", sagte er.

Box-Weltmeister Kabayel feiert - und kündigt neues Ziel an
Gemeint ist Nelson Hysa. Der ungeschlagene Albaner hatte Kabayel eine Woche zuvor in London nach einem gewonnen Kampf angeraunzt und herausgefordert. "Als wir in England waren, hat sich einer maximal ins Spiel gebracht, der mit mir ein Face Off hatte. Ich wollte den Kampf eigentlich nicht, weil ich den gar nicht auf dem Schirm hatte, aber er hat derart versucht, einen Trash Talk daraus zu machen und mich aus der Reserve zu locken", sagte der in 27 Kämpfen ungeschlagene WBC-Champion im Interview mit RTL/ntv.
Kabayel nimmt alle Gürtel ins Visier
Hysa steht wie Kabayel bei Warrens Firma Queensberry Promotions unter Vertrag. Es mache "viel Sinn und ist für uns einfacher zu bewerkstelligen", wenn der Deutsche seinen Titel gegen einen anderen Queensberry-Kämpfer verteidigt, sagte der Hall-of-Fame-Promoter. Der 41-jährige Hysa ist in 25 Kämpfen ungeschlagen, 23 Mal siegte er durch K.o. Einen Gegner von Rang und Namen sucht man in der Kampfbilanz des "Albanischen Adlers" vergeblich. Dennoch rangiert er in den Ranglisten der Verbände WBA und WBO unter den Top Ten.
Kabayel gab indes sein Ziel für die Zukunft aus: "Undisputed Champion" wolle er werden, also die Gürtel der vier anerkannten Verbände WBA, WBC, IBF und WBO vereinen. Sein Management habe auch schon mit dem russischen WBA-Weltmeister Murat Gassiev über eine Titelvereinigung noch in diesem Jahr gesprochen. "Leider kommen wir da nicht zum Schluss", so Kabayel. Für ihn gelte jetzt erst einmal, das WBC-Championat zu verteidigen. Im kommenden Jahr beginne dann "die Jagd auf die anderen Titel".
Kabayel gegen Fury "reißt euch von den Sitzen"
Auf dem Weg zu seinem großen Ziel könnte Kabayel auf Superstar Tyson Fury treffen. Der Ex-Weltmeister hat dem WBC-Champion via Social Media den Fehdehandschuh bereits hingeworfen. Für Fury steht aber erst der langerwartete britische Box-Blockbuster gegen Anthony Joshua auf dem Programm. Die Verhandlungen liefen zurzeit jedoch "völlig durcheinander", berichtete Warren. Der übertragende Streaming-Gigant Netflix wünscht, dass die "Battle of Britain" im New Yorker Madison Square Garden stattfindet. Joshua und sein Promoter Eddie Hearn pochen auf ein Duell in Großbritannien.
Sollte der Kampf noch platzen, könnte Fury eher auf Kabayel treffen. "Tyson ist ein Kämpfer, er will um den Titel kämpfen, das hat er mir klargemacht. Er will Joshua umhauen und dann um den Titel kämpfen und dreimaliger Weltmeister werden", sagte Warren. Ein Kampf zwischen dem 2,06-Meter-Riesen und Kabayel wäre "ein großartiger Kampf, fantastisch. Mal sehen, ob es soweit kommt. Das wäre ein Kracherkampf. Tyson und Agit liefern nie schlechte Kämpfe. Das würde euch von den Sitzen reißen. Ein gewaltiger Kampf", schwärmte der Engländer. Berichten zufolge soll Fury bereit sein, erneut nach Deutschland zu kommen. In Düsseldorf hatte sich der "Gypsy King" Ende 2015 mit einem überraschenden Punktsieg über Wladimir Klitschko erstmals zum Weltmeister gekrönt.
Düsseldorf gilt auch möglicher Schauplatz für Kabayels nächsten Kampf, wenn sich Warrens Pläne realisieren lassen. Der Boxer selbst hielt sich bei der Frage nach seiner Wunsch-Location zurück. "Einfach nur in NRW. In einem Stadion wäre schön. Ich denke, Deutschland ist wieder zur Boxnation geworden."

