WM-Gau in Deutschland droht

Finnland will Russlands Rückkehr mit "mit allen Mitteln" verhindern

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Finnlands Eishockey-Cracks wollen nicht gegen Russland spielen. (Foto: imago/Bildbyran)
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03.11.2026 | 05:47 Uhr
Russlands Eishockey-Nationalmannschaft steht vor der Rückkehr auf die große WM-Bühne. Das kommt in der Szene überhaupt nicht gut an. Finnland sucht jetzt sogar nach Unterstützern für einen möglichen Turnier-Boykott.

Der finnische Eishockeyverband will "mit allen möglichen Mitteln" eine Rückkehr Russlands bei internationalen Turnieren verhindern und wirbt um Unterstützung für eine Boykottdrohung. "Wir versuchen derzeit, so viele Länder wie möglich hinter einer gemeinsamen Front zu versammeln, um der IIHF mitzuteilen, dass keiner von uns in der aktuellen Situation gegen Russland spielen wird", teilte Verbandspräsident Heikki Hietanen mit.

Man werde "nicht gegen Russland spielen, solange der Angriffskrieg gegen die Ukraine andauert", präzisierte Hietanen. Finnland reagierte damit auf die umstrittene Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs CAS, Russland wieder zu den Wettbewerben des Eishockey-Weltverbandes IIHF zuzulassen. Dies gilt auch für die anstehende Männer-WM in Deutschland vom 13. bis 30. Mai 2027.

Finnland plant schon erste Turnier-Absage

Seit Ende Februar 2022 war Russland aufgrund des Angriffskrieges gegen die Ukraine vom Weltverband von allen internationalen Turnieren und Weltmeisterschaften ausgeschlossen. Wenige Tage vor Kriegsbeginn unterlag Russlands Auswahl im Olympia-Finale in Peking 1:2 gegen Finnland.

Am Montag war es indes nicht die erste finnische Antwort auf die jüngsten Ereignisse. Schon am Nachmittag hatte die Stadt Turku mitgeteilt, dass sie die Weltmeisterschaft der U20-Junioren 2027 im Falle einer Teilnahme Russlands nicht wie geplant ausrichten werde.

"Solange Russland einen Angriffskrieg in der Ukraine führt, können wir nicht akzeptieren, dass die russische Nationalmannschaft in Turku spielt", sagte Bürgermeisterin Piia Elo. Die Stadt hoffe, dass die IIHF und der finnische Staat "eine Lösung finden, die eine Teilnahme Russlands verhindert. Wenn die Spiele ohne Beteiligung Russlands stattfinden, wird Turku sie gern ausrichten."

Rückgabe der Heim-WM?

Russland war nach seinem Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 von allen IIHF-Wettbewerben ausgeschlossen worden. Nachdem der russische Eishockeyverband RIHF Berufung eingelegt hatte, ordnete der CAS am vergangenen Freitag aber die Wiederzulassung zu internationalen Wettbewerben an, darunter die WM 2027 in Deutschland. Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) erwägt momentan gar eine Rückgabe des Heimturniers und verweist unter anderem auf enorme Mehrkosten im Zuge einer Zulassung.

"Ich möchte keine Schwarzmalerei betreiben. Ich möchte auch nicht die Weltmeisterschaft infrage stellen. Aber natürlich müssen wir uns als DEB auch mit der Option befassen, dass wir diese Weltmeisterschaft zurückgeben", sagte der DEB-Vorstandsvorsitzende Frank Lutz am Wochenende bei MagentaSport zu den möglichen Folgen des überraschenden Cas-Urteils.

Bundesregierung sieht Entscheidung "sehr kritisch"

Auch die Bundesregierung sieht die CAS-Entscheidung "sehr kritisch", teilte ein Regierungssprecher auf Anfrage mit. "Über mögliche Folgen des Urteils, auch auf die Eishockey-WM 2027 in Deutschland, wird sich die Bundesregierung zeitnah mit dem Deutschen Eishockey-Bund austauschen."

Das erste Turnier, bei dem Russland wieder teilnahmeberechtigt ist, ist die U20-Weltmeisterschaft rund um den anstehenden Jahreswechsel in Kanada (26. Dezember bis 5. Januar). Die Kanadier kündigten jedoch an, dem russischen Team die Einreise zu verweigern. Das darauffolgende U20-Turnier 2027/2028 soll in den finnischen Städten Turku und Tampere stattfinden.

Verwendete Quellen: ntv.de, tno/sid/dpa