Die Milwaukee Brewers haben zum ersten Mal die World Series gewonnen. Das entscheidende Spiel 5 der Serie gewannen sie in Tampa/Florida mit 4:1 und entschieden damit die Serie mit 4-1. Rookie-Shortstop Cooper Pratt schlug zwei der vier Runs nach Hause, während Superstar-Pitcher Jacob Misiorowski einen souveränen Start hinlegte und in 5 2/3 Innings nur zwei Hits zuließ.
Am Ende war es eine klare Angelegenheit: Die Milwaukee Brewers, die die ersten drei Spiele mehr oder minder souverän gewannen und sich in Spiel 4 erst in Extra-Innings geschlagen geben mussten, ließen in der Nacht zum Donnerstag nichts mehr anbrennen. Erst im neunten Inning war den Hausherren ihr einziger Run gegen Closer Trevor Megill gelungen, zu wenig, um es nochmal spannend zu machen. Catcher William Contreras, der in dieser Partie ein RBI-Double schlug und es damit seinem Bruder Willson gleichtat, der dies zehn Jahre zuvor schon für die Chicago Cubs in der World Series geschafft hatte, wurde zum wertvollsten Spieler der Serie gewählt.
"Das ist das beste Gefühl jemals. Alle unsere Fans sind hier. Die Stadt hat eine lange, lange Zeit darauf gewartet", erklärte Teamcaptain Christian Yelich, der ebenfalls einen Run erzielte. Für Milwaukee ist es der erste Baseball-Titel seit 1957, doch damals waren es noch die Braves, die MLB dominierten - jene spielen seit 1966 bereits in Atlanta. Die "Brew Crew" hingegen gibt es erst seit 1970.
Baseball droht langer Winter
Während der Jubel in Milwaukee nun keine Grenzen kennen wird, muss sich der Rest der Baseballwelt auf einen langen Winter einstellen - und womöglich auch einen langen Sommer. Denn der Tarifvertrag zwischen der Liga und der Spielergewerkschaft MLBPA läuft aus. Und es gibt derzeit absolut keine Anzeichen, dass sich beide Seiten bis zum 1. Dezember auf einen neuen einigen werden. Zu weit sind beide Seiten auseinander.
Die Teambesitzer wollen eine in anderen amerikanischen Ligen üblichen Salary Cap, also eine Gehaltsobergrenze, durchdrücken, wogegen sich die Spieler seit jeher gesträubt haben. Das Hauptargument der Owner ist klar: mehr sportlicher Wettkampf geht nur, wenn es keine so krassen Unterschiede in den Payrolls der einzelnen Teams mehr gibt. In diesem Jahr gaben die New York Mets fast 347 Millionen Dollar für ihr Team aus, die Los Angeles Dodgers 339 Millionen. Am anderen Ende der Skala lagen die Cleveland Guardians mit gerade mal 74 Millionen Dollar.
Nach Wunsch der Besitzer sollen Teams künftig einen Rahmen von 160 bis 240 Millionen Dollar haben, wobei diese Zahlen Verhandlungssache sind. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die nun vergangenen Playoffs das Argument der meist Milliarden schweren Besitzer ad absurdum geführt haben. Jene Guardians standen im Halbfinale gegen die Rays, die selbst nur auf Rang 28 der Gehaltsrangliste standen - mit gerade mal 95,6 Millionen Dollar an Ausgaben. Und in der National League waren es zwar jene Dodgers, die die vergangen zwei World Series gewonnen hatten, die aber einen Sweep (0-4) gegen die Brewers mit ihren 146 Millionen Dollar an Gehältern kassierten.
Der Standpunkt der Spielergewerkschaft ist klar: Sie sehen die Einnahmemöglichkeiten der Nicht-Superstars dadurch stark gefährdet. Wenn die großen Namen weiterhin ihre Mega-Gehälter einstreichen, bleibt am Ende für den guten Rest nicht mehr allzu viel übrig. Entsprechend wird man sich mit aller Macht dagegen stemmen.
Lockout unvermeidlich
Es mag noch andere Themen geben, die letztlich zu verhandeln sind, doch die fundamentale Uneinigkeit in Sachen Salary Cap wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einem Lockout Anfang Dezember führen. Das heißt: die Owner sperren die Spieler aus - quasi die amerikanische Gegenvariante eines Streiks, bei dem die Arbeitgeber diejenigen sind, die ihn auslösen. Beide Seiten haben bereits signalisiert, dass sie auf eine lange Pause eingestellt sind.
Die Kriegskasse der Gewerkschaft soll tief sein und die Owner sind Milliardäre. Vor dem Frühjahr ist damit nicht mit ernsthaften Verhandlungen zu rechnen. Spannend wird sein, ob die Owner am Ende auch bereit sind, Spiele aufzugeben und die damit verbundenen Einnahmen. Denkbar ist es in diesem Fall allemal.

