Der russische Biathlon-Olympiasieger und Weltcupsieger Sergej Tschepikow ist nach Angaben seines Verbandes im Alter von 59 Jahren gestorben. Er sei lange krank gewesen, teilte der Russische Biathlon-Verband in Moskau mit. "Eine genauere Todesursache wurde nicht bekannt gegeben. Die sportliche Laufbahn von Sergej Tschepikow ist ein Paradebeispiel für Hingabe an das Biathlon", hieß es.
Tschepikow hatte bei den Olympischen Winterspielen in Calgary 1988 in der Staffel über 4x7,5 Kilometer Gold für die damalige Sowjetunion geholt. 1994 siegte er bei Olympia in Lillehammer im Sprint. Als erster sowjetischer Athlet gewann er 1990 und 1991 den Biathlon-Gesamtweltcup. "Er bestätigte damit, dass der russische Stil in dieser Sportart eine Kombination aus Geschwindigkeit, Gelassenheit und makellosem Schießen ist", schrieb der Verband in seinem Nachruf. "Sergej war nicht nur ein titelgekrönter Athlet – er war ein Bewahrer der Traditionen, ein Mentor und ein Mensch, der andere zu inspirieren wusste. Sein Beitrag zur Entwicklung unserer Sportart kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden."
Nach seiner aktiven Zeit war er Berater und Vizepräsident des Biathlon-Verbandes. Ab 2016 gehörte Tschepikow dem russischen Parlament, der Staatsduma, als Abgeordneter an. Im Jahr 2006 trat er bereits der vom Kreml unterstützten Regierungspartei Einiges Russland bei.
Tschepikow war auch Unterstützer des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Im Jahr 2022 stimmte er in der Duma für die Invasion, woraufhin er von den USA, der EU und weiteren westlichen Staaten mit Sanktionen belegt wurde.
