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HessenWas der neue Bewegungscheck für Grundschüler bringen soll

22.09.2026, 11:55 Uhr
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(Foto: Helmut Fricke/dpa)

Sprinten, Balancieren, Liegestütz: Beim neuen Bewegungscheck erfahren Eltern, wie fit ihr Kind ist – und wo es noch Nachholbedarf gibt. Wie Hessen seine Grundschüler sportlicher machen will.

Hofheim (dpa/lhe) - Wie steht es um die Bewegungsmotorik von hessischen Grundschülerinnen und Grundschülern? Das möchte die Landesregierung von November an mit einem hessenweiten Bewegungscheck herausfinden. Hat ein Kind motorischen Förderbedarf, werde ihm ein kostenloses Bewegungsangebot von einem Sportverein gemacht, sagte Sportministerin Diana Stolz (CDU) bei einem Schulbesuch in Hofheim am Taunus. Jährlich soll es landesweit 100 Kurse geben. Die Landesregierung kooperiert bei dem Projekt mit dem Landessportbund und der Sportjugend Hessen.

Der Check richtet sich an Zweitklässlerinnen und Zweitklässler und besteht aus acht Aufgaben. Dazu zählen ein 20-Meter-Sprint, Balancieren rückwärts und Liegestütze. "Motorisch besonders fitten Kindern und ihren Eltern werden wir an Talenttagen das Angebot machen, die regional erreichbaren Sportarten auszuprobieren und die dazu passenden Vereine kennenzulernen", sagte Stolz.

Kindgerechte Urkunde – Pfoten zeigen Leistungsstand

Der Check unter dem Motto "Löwen, los!" ist freiwillig. "Eltern werden von teilnehmenden Schulen vorab informiert und um ihre Zustimmung gebeten", erläuterte das Ministerium. Jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin erhalte eine kindgerechte Urkunde. Anstatt Noten werden "Pfoten" vergeben und die Mädchen und Jungen erfahren so, in welchen Übungen sie besonders gut abgeschnitten haben – und wo es Nachholbedarf gibt. Für die Eltern gibt es eine weitaus detailliertere Auswertung über das Abschneiden ihres Kindes, wie das Ministerium erläuterte. Dabei werden die Leistungen ins Verhältnis zu den Leistungen Gleichaltriger gesetzt.

Ministerin: "Wir wollen Lust an Bewegung wecken."

"Wir Deutsche werden immer älter, aber leider auch immer schwerer und unbewegter. Ein Teufelskreis, der einem langen gesunden Leben entgegensteht", sagte Ministerin Stolz. Viele Fünfjährige seien übergewichtig. Der neue Bewegungscheck setze bereits bei den Zweitklässlern an, weil in der Kindheit das Fundament für ein aktives, gesundes Leben gelegt werde. "Wir wollen Lust an Bewegung wecken, aber zugleich auch eine Botschaft an die Kinder und ihre Eltern senden: "Bitte bewegt euch mehr"."

Kultusminister Armin Schwarz (CDU) erklärte: "Sport und Bewegung gehören zu einem umfassenden Bildungsauftrag untrennbar dazu." Kondition, Konzentration und Koordination seien wichtige Fähigkeiten – auch in anderen Schulfächern. Die Ergebnisse des Checks sollten dazu beitragen, das Sport- und Bewegungsangebot nach den Bedürfnissen vor Ort an der Schule anzupassen, ergänzte der Minister. Die Ganztagsbetreuung eröffne eine Fülle von zusätzlichen Möglichkeiten, dass Sport und Schule noch enger zusammenrücken.

Ziel sind positive Erfahrungen mit Bewegung

Die Sportjugend Hessen hat nach eigenen Angaben ein neues 20-stündiges Programm für Kinder entwickelt, "die sich dringend mehr bewegen sollten". Bei den Kursen sollen demnach zuerst solche Grundschulen zum Zuge kommen, an denen der größte Bedarf ermittelt wurde, sagte Schwarz.

Quelle: dpa

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